Ausg'steckt is!

Wien ist die einzige Hauptstadt der Welt, die nennenswerte Mengen Wein innerhalb ihrer Stadtgrenzen produziert – und in gemütlichen Heurigenlokalen ausschenkt. Kein Wunder also, dass Einheimische die Wiener Weinberge gern als Naherholungsgebiet nutzen und beim Weinwandern so manches Glaserl trinken. Unsere Autorin Alexa Christ hat’s ihnen nachgemacht.

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Text & Fotos: Alexa Christ

Ist doch klar, dass meine ersten Schritte zu meinem Namensvetter führen: Weingut Christ, alteingesessener Heuriger im 21. Bezirk, aka Großjedlersdorf. Ein schneller Blick auf den cremefarbenen Altbau mit dem schmiedeeisernen Schild bestätigt: Der Föhrenbuschen hängt draußen. Gott sei Dank, denn das heißt: Es ist geöffnet! Dass das gar nicht mal so selbstverständlich ist, macht Rainer Christ deutlich: „Unser Lokal öffnet nur in den ungeraden Monaten“, empfängt uns der Winzer vor der opulenten Auslage des Heurigenbuffets, in dem sich deftige Schmankerln von Grammelschmalz bis Kümmelbraten türmen. Dieses urwienerische Etablissement, der Heurige, auch Buschenschank genannt, hat eine lange Tradition. 1784 erlaubte Josef II. den Wiener Winzern per kaiserlicher Verordnung, Wein aus eigener Erzeugung auszuschenken. Wein, der derzeit auf einer Fläche von knapp 700 Hektar von etwa 200 Winzern angebaut wird. Rainer Christ gehört zu den „Jungen Wilden“ unter ihnen. Dabei macht der 41-Jährige nicht nur mit modernen Anbau- und Kellermethoden von sich reden, sondern auch mit der Wiederentdeckung einer Wiener Spezialität: dem Gemischten Satz, einem Weißwein, der aus bis zu 20 verschiedenen Rebsorten bestehen kann. „Früher hat man im Weingarten alles angepflanzt, was sich dort wohlgefühlt hat“, erklärt Christ die wohl bunteste und nachhaltigste Form des Weinbaus, die eine ganze Zeit lang in Vergessenheit geraten war. So wachsen in ­seinen Weingärten ­heute wieder Rieslingstöcke in einer Reihe mit Grünem ­Veltliner, Chardonnay oder Gelbem Muskateller – und sie wandern auch gemeinsam in die Flasche. Das Ergebnis kann man nicht nur im gemütlichen Heurigenlokal probieren. Gleich nebenan hat Christ eine schicke Vinothek errichtet. Zwischen modernem Sichtbeton, Stein, Glas und Holz mundet sein Gemischter Satz vom Bisamberg nicht nur vorzüglich, er ist auch der perfekte „Vorgeschmack“ auf das Wiener Weinwandern, das wir an diesem Wochenende ausprobieren wollen.

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Ausgabe 2/2018 von wanderlust. Hier können Sie das Magazin nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 02 / 2018

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