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Einfach runterkommen

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Einfach mal abhängen: Wipfelblick aus der Wanderschaukel am Weg zur Lettlkaser Hütte in Saalfelden-Leogang.
© Beate Wand

Wandern bei Saalfelden und Leogang bedeutet eindrucksvolle Naturerlebnisse, Entschleunigung, Wanderstock-Sharing und den Besuch bei einem echten Einsiedler.

Text: Beate Wand

Vögel zwitschern, die Sonne wirft ihre Strahlen zwischen Fichten und Tannen auf den Waldboden. Wärme kitzelt harzige Aromen aus den Nadeln. Die Atemzüge werden lauter, es geht stramm bergauf. Da durchzuckt es mich wie ein Blitz: Jetzt haben wir das Wichtigste vergessen! Die Stecken! Die wollten wir doch unbedingt ausprobieren. Unsere Wanderführerin entpuppt sich als Fee. Im Schweinsgalopp trabt Sieglinde Bertha zurück, keucht später mit drei Stöcken in der Hand den Berg wieder hinauf. Am Einstieg hatte Sigi so eifrig von den verschiedenen Wandermöglichkeiten in den schroffen Leoganger Steinbergen, drüben am Grasberg Asitz und in Saalfelden an den Abhängen des Steinernen Meers berichtet, dass wir ohne die Stöcke loszogen. Unterwegs passiert so etwas ja auch schnell: Foto machen, weitergehen, liegen lassen. Dagegen hilft Stecken-Sharing. Eine Säule des Konzepts „Einfach Wandern“, dem sich das touristische Bündnis aus der Gemeinde Leogang und der Stadt Saalfelden verschrieben hat. Das Zentrum des Pinzgauer Saalachtals verteilt sich über das ausladende Saalfeldener Becken.

„Es gab sogar noch verschiedene Größen“, ruft Sigi schon von Weitem, während wir gerade den Blick von der 360-Grad-Bank genießen, einem weiteren Baustein von „Einfach Wandern“. Streng genommen ist es eine 90-Grad-Bank, da nur einer von eigentlich vier klotzigen Viertelkreisen aus Lärche auf der steilen Almweide steht. Unten blitzt, klitzeklein und strahlend weiß, die Pfarrkirche Sankt Leonhard. Da der geschwungene Holzblock ohne Lehne auskommt, sitzen wir auch mal rittlings darauf und schauen zur Seite. Dort blecken die gewaltigen hellgrauen Kalk-Flanken der Steinberge. „Der pyramidenförmige Gipfel, das ist das Birnhorn“, verkündet die Wanderführerin und nutzt ihren Wanderstock gleich als verlängerten Zeigefinger. Er hat etwa das Format eines Besenstiels. Aus Lärchenholz gefertigt von einer Leoganger Möbeltischlerei. Die Lebenshilfe Saalfelden schmirgelt sie schön glatt und brennt den stilisierten Löwenkopf, das Logo von Saalfelden-Leogang, in die Griffkerbe.

Vor den Tourismus-Büros, bei der Asitzbahn sowie an den Wanderweg-Einstiegen stehen Holzblöcke mit Löchern, in denen bis zu 40 Stecken stecken. Fünf Längen zwischen 70 und 165 Zentimetern. Das Prinzip: einfach einen schnappen und am Ende der Wanderung wieder zurückstellen. In welcher der Sharing-Stationen er landet, spielt keine Rolle. Bleibt mal ein Stock unterwegs liegen, entdeckt ihn hoffentlich jemand anderes und trägt ihn zurück. Wächst einem Gast der Stock ans Herz, kann er ihn als Souvenir bei den Tourist-Infos erstehen.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 4/2021. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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