Gipfelpartie

Wie ein Wächter erhebt sich der Hausberg Großer Widderstein am hinteren Ende über das 15 Kilometer lange Kleinwalsertal. Im Morgengrauen glüht seine dreieckige Spitze rosarot – der Lockruf, ihm durch die flankierenden Täler Bärgunt und Gemstel näher zu kommen!

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Beschützer-Berg: Der Große Widderstein wacht mit seinen 2.533 Metern über der Kirche von Hirschegg und dem ­gesamten Kleinwalsertal.
© Beate Wand

Text: Beate Wand

Fröhlich derbes Lachen schallt über die Terrasse zwischen Westwand des Großen Widderstein und Ostflanke des Wannenbergs. „Seit wann seid’s ihr denn scho wieder hia?“, ruft die Stimme dazu quer über den besonnten Kiesplatz ein paar Neuankömmlingen entgegen. „Ah, seit geschtern. Und dann scho bei mia – cool!“ Die resolute Walserin mit dem dunklen Schopf und einer neuseeländischen Knochenschnitzerei um den Hals scheint jeden ihrer Gäste persönlich zu kennen. Dabei muss die Betreiberin der Bärgunthütte im Ernstfall alles stehen und liegen lassen, um für die Tiere da zu sein. Geben Haflinger und Co. ihr frei, erzeugt die „luschtige Sabine“ familiäres Miteinander unter ihren Besuchern.

Glockengeläut statt Autokrach

Die meisten steigen vom Kreisverkehr in Baad, wo eine Kuh mit ihrem rechten Vorderbein den Weg weist, über einen gut begehbaren Forstweg die 150 Höhenmeter zu Sabines Hütte auf. In Baad endet die Straße. Sie klettert von Oberstdorf auf über tausend Meter und klappert mit Riezlern, Hirschegg und Mittelberg alle Orte des Kleinwalsertals nacheinander ab. Bis der Talschluss ­Autos den Weg aus dem Hochgebirgstal zum Mutterland Österreich versperrt. Das Sympathische an der Sackgasse: Anstelle von Verkehrslärm hallt der Glockenschlag von vier Kirchtürmen durch die unteren Etagen der Alpenlandschaft. Ein friedliches Gefühl schwingt mit. Von den steilen Hängen am Kopf der Sackgasse rauschen Duura-, Derra- und Bärguntbach hinunter. In Baad vereinigen die Bachläufe sich zur Breitach, die talab Deutschland entgegenströmt. Je quirliger der Fluss tanzt, desto trubeliger die Orte im Tal. Bei der Grenze an der Walserschanz hat sich die Breitach tief ins Gestein gegraben, um wenig später in der Breitachklamm ein wahrhaftes Meisterwerk ihrer schöpferischen Kraft abzuliefern.

Der Große Widderstein legt den Kleinwalsertalern so viele Steine in den Weg, dass es unmöglich ist, ihn mit dem Auto zu umfahren. Einsam überragt er mit seinem dreieckigen Kopf die anderen rund 30 Bergspitzen, die das Kleinwalsertal vom übrigen Vorarlberg abschotten. Östlich und westlich seines gut zweieinhalbtausend Meter hohen Gipfels grätschen mit Bärgunt- und Gemsteltal zwei Seitentäler südlich zwischen die Berge. Ideal für eine Umrundung des Hausbergs!

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Heft 3/2016 von Wanderlust. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2016

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