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Auf nach Rotterdam

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Das Nebeneinander von alter und moderner Architektur ist in der Stadt an der Maas selbstverständlich.
© AdobeStock/ Julius Kielaitis

Lange Zeit galt Rotterdam als trostlose Hafen-City. Doch die Bewohner haben die Ärmel hochgekrempelt. Dachflächen und Hausfassaden wurden begrünt. Ein „Recycled Park“, ein „Bobbing Forest“ und moderne Architektur prägen heute eine attraktive Weltstadt.

Text: Edda Neitz

Erasmus würde sich freuen, käme er zurück in die Stadt, in der er um 1466 – sein Geburtsjahr ist nicht genau bekannt – das Licht der Welt erblickte. Er selbst bezeichnete sich als Weltbürger und hätte die kreative und offene Atmosphäre hier sicher genossen. Seine Bronzestatue vor der Sint Laurenskerk nahe dem Boulevard Coolsingel ist ein guter Startpunkt, um Rotterdam zu erkunden.

Stadtwandern in Rotterdam bedeutet nun aber nicht, ein historisches Monument nach dem anderen zu besichtigen. Warum? Die Erklärung ist einfach: Es gibt davon nicht viele, weil die Stadt von deutschen Bombern während des Zweiten Weltkriegs in Schutt und Asche gelegt wurde. Anders als in anderen Städten wurden in Rotterdam die Bauwerke, von denen nur noch Steingerippe übrig waren, nach dem Krieg abgebrochen, um Neues zu schaffen. Nur bei der Sint Laurenskerk machte man eine Ausnahme. Sie wurde in ihrer spätgotischen Eleganz wiederaufgebaut.

Zeitgemäßes Flair

Läuft man hier durch die Straßen, entsteht schnell der Eindruck, als würden in jedem Winkel Heinzelmännchen sitzen und an innovativen, unkonventionellen Ideen basteln. Wenn es um Ideen für neue Urbanität geht, ist die Zomerhofstraat eine gute Adresse. Wir lassen also erst einmal das Stadtzentrum hinter uns, gehen Richtung Schiekade, zu dem im typisch kantigen Stil der 50er-Jahre gebauten Hauskomplex in der Zomerhofstraat, in dem sich viele Start-ups befinden. An diesem schönen sonnigen Tag sitzen um die Mittagszeit viele aus den Büros auf der grünen Wiese vor dem Haus. Liegestühle laden zur Pause ein und kleine Tische zum gemeinsamen Lunch oder zum Arbeiten am Laptop – unter freiem Himmel. Hier hat auch die „Recycled Island Foundation“ ihren Sitz. Vor fünf Jahren fing ihr Gründer Roman -Knoester an, seine Idee eines „Recycled Park“ umzusetzen. „Die Grundidee ist, Plastik in Binnengewässern zu sammeln und zu verwerten, bevor es ins Meer gespült wird“, erklärt die junge Mitarbeiterin Maaike de Waele. Von mehr als 86 Milliarden Tonnen Plastikmüll gelangen 80 Prozent über Flüsse in den Ozean. Mit sogenannten „litter traps“, die wie eine Schleuse funktionieren, wird im Rotterdamer Rheindelta Müll aufgefangen, dann sortiert und verwertet. Wie eine innovative Verwertung aussehen kann, zeigt uns der Entwurf im Büro. Sechseckige „building blocks“ im Verbund sollen später einen Spaziergang auf dem Wasser ermöglichen. Ein erster Versuch ist bereits im Rotterdamer Rijnhaven zu sehen. Das werden wir uns später noch ansehen. „Man muss von dem Projekt und dessen Sinnhaftigkeit überzeugt sein, nur so können sich solche Dinge weiterentwickeln“, gibt Maaike uns mit auf den Weg.

Nicht viel anders betrachtet Produktdesigner Bas Sala seine Idee. Auch sein Büro liegt hier. Vor dem Haus, auf dem Grünstreifen, türmen sich vier riesengroße, holzverkleidete Wasserbehälter in Buchstabenform auf. ZOHO steht für den Standort im Viertel Zomerhofkwartier. „Smart Rainbarrel“ nennt Bas Sala seine Regentonnen. „Es ist ein Anfang und eine nachhaltige Lösung, die es möglich macht, das viele Wasser bei Starkregenperioden für die zunehmenden Trockenzeiten aufzufangen und das gespeicherte Regenwasser über ein ausgeklügeltes System vor dem nächsten Regenfall der städtischen Kanalisation zuzuführen“, erläutert er. Gespräche mit der Stadtverwaltung sind geplant, aber für einen größeren Einsatz muss das Ganze noch weiterentwickelt werden. Optimismus und der Wunsch, etwas zu verändern, klingen immer wieder durch bei dem Gespräch mit Maaike und Bas.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der wanderlust 1/2020. Die Ausgabe können Sie hier nachbestellen.

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