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Einst waren Elche auch in Deutschland heimisch. Heute gelten sie hierzulande vielen als exotische Ausnahmeerscheinung. Doch seit einigen Jahren werden die größten Hirsche der Welt wieder häufiger in Deutschland beobachtet. Mindestens fünf wurden kürzlich in Brandenburg gesichtet.
Brandenburg
© shutterstock/Happy Vector

Einst waren Elche auch in Deutschland heimisch. Heute gelten sie hierzulande vielen als exotische Ausnahmeerscheinung. Doch seit einigen Jahren werden die größten Hirsche der Welt wieder häufiger in Deutschland beobachtet – vor allem im Nordosten und Osten des Landes. Die Tiere wandern meist aus Polen oder Tschechien ein.

Elche waren nach Angaben des WWF zu Beginn unserer Zeitrechnung im Gebiet der heutigen Bundesrepublik weit verbreitet. Durch die Ausdehnung von Siedlungs- und Kulturlandschaften, die Entwaldung, den Rückgang von Feuchtgebieten sowie intensive Bejagung verschwanden sie jedoch nach und nach aus Mitteleuropa. In Sachsen sollen einzelne Tiere noch bis ins 18. Jahrhundert überlebt haben. Danach verschob sich die westliche Verbreitungsgrenze immer weiter nach Osten.

Inzwischen hat sich die Situation verändert. Strenger Schutz ließ die Bestände wieder wachsen. In Polen haben sich Elche wieder deutlich ausgebreitet, insbesondere im Nordosten und Osten des Landes. Kleinere Populationen gibt es mittlerweile aber auch in fast allen polnischen Regionen – darunter auch in den an Deutschland grenzenden Woiwodschaften. Von dort aus wandern immer wieder Tiere nach Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ein.

Gerade in Brandenburg finden Elche gut Voraussetzungen wie kühle Feuchtgebiete, Schilfflächen und wenig besiedelte Gebiete.

© shutterstock/ebenart

Deutschland als westliche Verbreitungsgrenze

Deutschland bildet derzeit die westliche Verbreitungsgrenze des Elches. Nach Einschätzung des WWF handelt es sich bei den hier gesichteten Tieren meist um wandernde Elche, die sich noch nicht dauerhaft niedergelassen haben. Wildtierbiologinnen und Wildtierbiologen gehen davon aus, dass jährlich etwa zehn bis 15 Elche durch die Wälder Nordostdeutschlands ziehen. Die meisten kehren nach einiger Zeit wieder in ihr Ursprungsland zurück. Wie viele Tiere tatsächlich länger in Deutschland bleiben, ist bislang nicht bekannt.

Die Herkunft der Tiere unterscheidet sich je nach Region. Elche, die in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen auftauchen, stammen nach WWF-Angaben wahrscheinlich überwiegend aus Westpolen. In Bayern beobachtete Tiere dürften dagegen eher aus der tschechischen Population in der Nähe des Moldaustausees kommen. Auch in Südbrandenburg könnten einzelne Elche über die Lausitz aus Tschechien eingewandert sein.

Dass Elche nach Deutschland zurückfinden, zeigt ihre Anpassungsfähigkeit. Zugleich treffen sie hier auf eine stark veränderte Landschaft. Straßen, Siedlungen sowie intensive Land- und Forstwirtschaft zerschneiden viele Lebensräume. Besonders der Verkehr stellt ein Risiko dar. Auch Wilderei gilt laut WWF als Bedrohung, etwa für die südwestlichste europäische Population in Tschechien, deren Sichtungen seit Jahren rückläufig sind.

Für den WWF ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung Deutschlands. Soll der Elch hier wieder dauerhaft heimisch werden, braucht es geeignete Lebensräume, sichere Wanderkorridore und Akzeptanz bei Bevölkerung, Landnutzung und Politik. Die Rückkehr des Elches ist damit nicht nur eine kuriose Wildtiermeldung, sondern auch ein Gradmesser dafür, wie durchlässig und naturnah Landschaften in Mitteleuropa noch sind.

 

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