Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Sie kommen zurück

Einst waren Elche auch in Deutschland heimisch. Heute gelten sie hierzulande vielen als exotische Ausnahmeerscheinung. Doch seit einigen Jahren werden die größten Hirsche der Welt wieder häufiger in Deutschland beobachtet. Mindestens fünf wurden kürzlich in Brandenburg gesichtet.
Brandenburg
© shutterstock/Happy Vector

Einst waren Elche auch in Deutschland heimisch. Heute gelten sie hierzulande vielen als exotische Ausnahmeerscheinung. Doch seit einigen Jahren werden die größten Hirsche der Welt wieder häufiger in Deutschland beobachtet – vor allem im Nordosten und Osten des Landes. Die Tiere wandern meist aus Polen oder Tschechien ein.

Elche waren nach Angaben des WWF zu Beginn unserer Zeitrechnung im Gebiet der heutigen Bundesrepublik weit verbreitet. Durch die Ausdehnung von Siedlungs- und Kulturlandschaften, die Entwaldung, den Rückgang von Feuchtgebieten sowie intensive Bejagung verschwanden sie jedoch nach und nach aus Mitteleuropa. In Sachsen sollen einzelne Tiere noch bis ins 18. Jahrhundert überlebt haben. Danach verschob sich die westliche Verbreitungsgrenze immer weiter nach Osten.

Inzwischen hat sich die Situation verändert. Strenger Schutz ließ die Bestände wieder wachsen. In Polen haben sich Elche wieder deutlich ausgebreitet, insbesondere im Nordosten und Osten des Landes. Kleinere Populationen gibt es mittlerweile aber auch in fast allen polnischen Regionen – darunter auch in den an Deutschland grenzenden Woiwodschaften. Von dort aus wandern immer wieder Tiere nach Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ein.

Gerade in Brandenburg finden Elche gut Voraussetzungen wie kühle Feuchtgebiete, Schilfflächen und wenig besiedelte Gebiete.

© shutterstock/ebenart

Deutschland als westliche Verbreitungsgrenze

Deutschland bildet derzeit die westliche Verbreitungsgrenze des Elches. Nach Einschätzung des WWF handelt es sich bei den hier gesichteten Tieren meist um wandernde Elche, die sich noch nicht dauerhaft niedergelassen haben. Wildtierbiologinnen und Wildtierbiologen gehen davon aus, dass jährlich etwa zehn bis 15 Elche durch die Wälder Nordostdeutschlands ziehen. Die meisten kehren nach einiger Zeit wieder in ihr Ursprungsland zurück. Wie viele Tiere tatsächlich länger in Deutschland bleiben, ist bislang nicht bekannt.

Die Herkunft der Tiere unterscheidet sich je nach Region. Elche, die in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen auftauchen, stammen nach WWF-Angaben wahrscheinlich überwiegend aus Westpolen. In Bayern beobachtete Tiere dürften dagegen eher aus der tschechischen Population in der Nähe des Moldaustausees kommen. Auch in Südbrandenburg könnten einzelne Elche über die Lausitz aus Tschechien eingewandert sein.

Dass Elche nach Deutschland zurückfinden, zeigt ihre Anpassungsfähigkeit. Zugleich treffen sie hier auf eine stark veränderte Landschaft. Straßen, Siedlungen sowie intensive Land- und Forstwirtschaft zerschneiden viele Lebensräume. Besonders der Verkehr stellt ein Risiko dar. Auch Wilderei gilt laut WWF als Bedrohung, etwa für die südwestlichste europäische Population in Tschechien, deren Sichtungen seit Jahren rückläufig sind.

Für den WWF ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung Deutschlands. Soll der Elch hier wieder dauerhaft heimisch werden, braucht es geeignete Lebensräume, sichere Wanderkorridore und Akzeptanz bei Bevölkerung, Landnutzung und Politik. Die Rückkehr des Elches ist damit nicht nur eine kuriose Wildtiermeldung, sondern auch ein Gradmesser dafür, wie durchlässig und naturnah Landschaften in Mitteleuropa noch sind.

 

MEHR WANDERLUST: Inspirierenden Reportagen, Produkttests und Wissenswertem aus unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt gibt es in der aktuellen Ausgabe der Wanderlust und natürlich im Wanderlust-Abo! 5 x im Jahr.

Hier sichern!

wandern

Neueste Beiträge

Im Tal der Almen - Genusstur im Großarltal
Warum die Almbutter so gelb ist und der Käse auf der Alm ganz anders schmeckt, entdeckt man bei einer Wanderung im Salzburger Großarltal. Wir haben uns auf eine Wanderung durch die Region begeben.
5 Minuten
Wandertipp der Woche - Der Heilklimasteig
Tief durchatmen, den Wald riechen und einfach mal einen Gang zurückschalten: Der Heilklimasteig rund um Schönwald verbindet Bewegung, Naturgenuss und wohltuendes Reizklima.
3 Minuten
Mehr Natur entdecken mit der BW mobil App - Mit neuer App für Baden-Württemberg (Advertorial)
Mit der kostenlosen Freizeit-App des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) erhalten Familien, Naturbegeisterte, Wanderer und Radfahrer Zugriff auf aktuelle amtliche Kartendaten und vielfältige Funktionen für eine individuelle Freizeitgestaltung.
3 Minuten

Das könnte Dir auch gefallen

Feldberger Seenlandschaft
Der Schriftsteller Hans Fallada wählte einst das Dörfchen Carwitz inmitten einer idyllischen Seenlandschaft als Rückzugsort. Heute kann man seinen Spuren auf dem Fridolin-Wanderweg folgen.
8 Minuten
Produkttest: Bergschuhe
In unserem Bergschuhtest erfahren Sie, worauf es bei stabilen Wanderschuhen für alpines Gelände ankommt. Dabei haben wir die Modelle untereinander verglichen und stellen vor allem die Vor- und Nachteile heraus. So lässt sich der passende Schuh nach individuellen Wünschen und Voraussetzungen anhand des Fazits finden.
2 Minuten
28. Jul 2025
Luxemburg - Grenzerfahrungen
Entlang der luxemburgisch-deutschen Grenze erzählen zahlreiche Wege, malerische Landschaften und historische Orte von einer Region, die mehr verbindet, als sie trent.
11 Minuten
5. Mai 2025
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige