« Voriger Artikel   |   Nächster Artikel »

Geniale Gratwanderung

Geradezu traumwandlerisch verläuft der Goetheweg entlang der ­Nordkette des Karwendelgebirges. Zwar hat Johann ­Wolfgang von ­Goethe selbst das Karwendel nur aus dem Fenster einer ­Postkutsche ­bestaunt. Aber diese opulente Höhenwanderung hätte ihm sicher ­gefallen – und wird seinem Rang als Dichterfürst gerecht.

Text und Fotos: Norbert Eisele-Hein

neuer_name
Der Goetheweg tänzelt am Gipfelkamm der Nordkette entlang.

Im September 1786 reist ein gewisser Johann Philipp Möller mit der Postkutsche über Wallgau und Mittenwald nach Innsbruck. Doch es ist nicht der wahre Name dieses Mannes. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich kein Geringerer als der deutsche Dichterfürst, ewige Schwerenöter und stets ­naturforschende Wandersmann ­Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832). Er hatte allen unglücklich Verliebten dieser Welt bereits „Die Leiden des jungen Werther“ von der Seele geschrieben. War längst ein – wie man heute vielleicht sagen ­würde – ­Star der Literaturszene. Genoss ein erkleckliches Einkommen als Geheimrat und Minister am Hofe seines jungen Gönners Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach. Doch schwierige ­Liebschaften, ein vorübergehendes Abflauen von „Sturm und Drang“ und wohl das Gefühl, am Hofe Weimars ­irgendwie in einem goldenen Käfig gefangen zu sein, veranlassten den wortgewandten Weiberhelden zur vielleicht berühmtesten aller ­Kavaliersreisen. Diese der ­Bildung dienende Art des Reisens war ­damals bei jungen Adligen und ­Künstlern en vogue, Italien war dabei so etwas wie das „Gelobte Land“.

Goethe schaffte es auf seiner beschwerlichen Reise bis nach Sizilien, bestieg unterwegs die Vulkane Vesuv und Ätna und kehrte erst zwei Jahre später wieder nach Deutschland zurück. Somit scheint es nicht verwunderlich, dass der „Alte Wirt“ in Wallgau mit dem Genie wirbt, Mittenwald sich eines Goethe-Hauses erfreut, und dass auch die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck die – wenn auch nur kurze – Präsenz des inkognito reisenden Goethe werbewirksam nutzt. Eine Maßnahme: Einen spektakulären Wanderweg entlang der Nordkette nach dem berühmten deutschen Dichter benennen. Gut, ganz so einfach war es nicht …

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Heft 5/2016 von Wanderlust. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 05 / 2016

Aktuelle Beilagen und Specials

  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat

Events

07.05.2017
Westerwald - Rund um Driedorf
05.06.2017
Westerwald - Von Probbach zum Waldsee
14.06.2017
Westerwald - Von Mengerskirchen zum Grauberg
15.06 – 18.06.2017
Genusswandern im Oberen Mittelrheintal
25.06 – 02.07.2017
Wander- und Kulturreise Mazedonien
01.07.2017
Westerwald - Bergfest auf dem Roßbacher Häubchen
12.07.2017
Westerwald - Von Bölsberg ins Wäschebachtal
09.08.2017
Westerwald - Rund um die Lochmühle