Blume des Jahres!
Alles zum Feldrittersporn
Voller Geheimnisse
Seine schlanken Blütenstände ragen bis zu 50 cm in die Höhe, begleitet von fein zerteilten, fadenförmigen Blättern, die ihn vor Trockenheit schützen. Besonders auffällig sind die langen, schmalen Sporne, in denen sich der Nektar verbirgt – ein Schatz, den nur Insekten mit langem Saugrüssel wie Gartenhummeln oder Taubenschwänzchen erreichen können. Ein kleines Meisterwerk der Natur, das Schönheit mit cleverem Schutz verbindet. In den schwarzen Samen steckt zugleich eine natürliche Giftfalle.
Giftige Genialität
Der Feldrittersporn ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch clever geschützt. In seinen kleinen schwarzen Samen steckt das meiste Gift der Pflanze – ein natürlicher Trick, um sich vor Fressfeinden zu schützen. So bleibt die Art erhalten und kann neue Pflanzen hervorbringen.
Im Wandel der Zeit
Der Feldrittersporn ist ein Überlebenskünstler der Ackerwildpflanzen. Mit den ersten Getreidefeldern wie Emmer, Einkorn, Weizen und Gerste vor rund 9.000 Jahren verbreitete er sich auf den neu entstandenen Äckern, die offene Böden, regelmäßige Störungen und viel Licht boten.
Blume des Jahres
Um auf den Artenschwund in den Agrarlandschaften aufmerksam zu machen, hat die Loki Schmidt Stiftung den Acker- oder Feldrittersporn zur Blume des Jahres 2026 gekürt.
Vorkommen
Die Pflanze bevorzugt einen kalkhaltigen, humosen Lehmboden und kommt in Deutschland vom nordöstlichen Tiefland bis in die kalkreicheren Mittelgebirge und das Voralpenland vor, ist jedoch westlich des Rheins, im Norden und Nordwesten Deutschlands selten und gefährdet. Jeder kann helfen, den Feldrittersporn zu retten: Blühstreifen, naturnahe Hecken oder artenreiche Pflanzen im Garten und auf dem Balkon schaffen Lebensräume. Verzicht auf Pestizide und standortgerechte Pflege unterstützen die Artenvielfalt.
Blau-violette Schätze
Zart wirkt er – und doch ist er raffiniert gebaut: Der Feldrittersporn bildet von Mai bis in den September hinein auffällige blau-violette Blüten. Sie öffnen sich nacheinander von unten nach oben und sorgen so für eine lange Blütezeit.
Seit 9.000 Jahren wächst er auf unseren Feldern
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