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Lesedauer 3 Min.

Siebenschläfer – Blick auf einen Langschläfer

Während die letzten warmen Herbsttage Wanderer noch in die Wälder locken, bereitet sich der Siebenschläfer bereits auf seine große Auszeit vor. Emsig sammelt der kleine Kletterkünstler jetzt Nüsse und Bucheckern, um sich die nötigen Fettreserven für seinen legendären, sieben Monate währenden Winterschlaf anzufressen.
Fledermaus

Von Mitte September bis in den Mai hält der Nager rund sieben Monate Winterschlaf in Höhlen.

© Von Mitte September bis in den Mai hält der Nager rund sieben Monate Winterschlaf in Höhlen. Foto: Shutterstock

Radikaler Schritt

Sein buschiger Schwanz, der ihm normalerweise als perfekte Balancierhilfe beim Klettern durch die Baumkronen dient, birgt ein erstaunliches Geheimnis: In höchster Gefahr kann der Siebenschläfer ihn wie eine Echse abwerfen und so Fressfeinden entkommen. Allerdings wächst der Schwanz nicht nach, weshalb dieser drastische Schutzmechanismus nur als allerletzter Ausweg zum Einsatz kommt. 

Die Bauernregel

 „Siebenschläfer Regen – sieben Wochen Regen” lautet die bekannte Bauernregeln zum Siebenschläfertag am  27. Juni. Dass dieser Tag mit dem Siebenschläfer zusammenhängt, ist jedoch ein Irrtum. Es handelt sich um einen liturgischer Gedenktag: In Ephesus sollen sieben Christen bei einer Verfolgung durch Kaiser Decius im Jahr 251 in eine Berg höhle geflüchtet sein. Dort wurden sie entdeckt, eingemauert und schliefen 195 Jahre lang. Erst am 27. Juni 446 wurden die sieben Schläfer angeblich in ihrer Höhle entdeckt und wieder geweckt. 

Winterschlaf 

Er zählt zur Familie der Bilche, auch Schlafmäuse genannt. Von Mitte September bis in den Mai hält der Nager rund sieben Monate Winterschlaf in Höhlen.

Sinne 

 Er hat ein ausgezeichnetes Gehör und einen gut entwickelten Geruchssinn. Auch der Tastsinn ist hervorragend ausgeprägt: Mit den bis zu sechs Zentimeter langen Schnurrhaaren testet er, ob sein Körper auch durch ein Schlupfloch hindurchpasst.

Senkrechtstarter

 Siebenschläfer sind geschickte Kletterer und selten auf dem Boden anzutreffen. Um an senkrechten Wänden oder Bäumen zu klettern, besitzen sie lange, gelenkige Zehen und klebrige Sohlenballen.

Nur zur Paarung

 Siebenschläfer leben einzelgängerisch oder in kleinen Familiengruppen, die dann aus einem Weibchen und deren Nachwuchs bestehen. Sie verteidigen ihr Revier vehement gegenüber Artgenossen. Lediglich zur Paarung kommen Männchen und Weibchen zusammen.

Laubbaum-Fan

Als nachtaktives Tier verschläft der Siebenschläfer den Tag in Baumhöhlen. Er bevorzugt Laubwälder. Auch in Steuobstwiesen und Scheunen suchen sie gerne Unterschlupf.

Schlafmaus im Haus

In vielen Gegenden Deutschlands, besonders im Süden, sind Siebenschläfer häufig anzutreffen und nicht gefährdet. Sie dürfen nicht gefangen oder getötet werden. Fachberatungen über den Umgang mit Schlafmäusen bietet die Untere Naturschutzbehörde an. Kurzfristig sollen Räucherstäbchen gut helfen.


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