Traumhafte Herbsttouren
Drei besondere Wanderungen
Wo Hochmoor und Heide flüstern
Die Struffeltroute zwischen Rott und Roetgen verbindet auf 9,7 Kilometern stille Waldpassagen, offene Moorlandschaft und weite Ausblicke über die Nordeifel. Die leichte Rundwanderung dauert rund drei Stunden und führt mit etwa 206 Höhenmetern um die Dreilägerbachtalsperre sowie durch das Naturschutzgebiet Struffelt. Start und Ziel liegen am Parkplatz Filterwerk in Roetgen.
Namensgeber der Tour ist der mehr als 450 Meter hohe Struffeltkopf, eine weitgehend unbewaldete Erhebung zwischen Rott und Roetgen. Gerade die offene Landschaft unterscheidet diesen Abschnitt von den umliegenden Wäldern. Überwiegend naturbelassene Wege und teils schwingende Stege führen mitten hinein in die artenreiche Hochmoor- und Heidelandschaft. Dabei wechseln sich lichte Passagen mit geschützteren Waldstücken ab; immer wieder ergeben sich Ausblicke über das Naturschutzgebiet und die Talsperre.
Charakteristisch für den Struffelt ist das Pfeifenputzergras mit seinen auffälligen, flauschigen Ähren. Seinen Namen verdankt es einer früheren Verwendung: Die langen Halme wurden zum Reinigen von Pfeifen genutzt. Dazu kommt eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, die sich besonders in den offenen Moorbereichen beobachten lässt.
Die Struffeltroute ist ein Partnerweg des Eifelsteigs, gut markiert und trotz leichter bis mittelschwerer An- und Abstiege als leicht eingestuft. Damit eignet sie sich auch für Familien und alle, die eine abwechslungsreiche Halbtagestour durch eine ungewöhnliche Landschaft suchen.
nrw-tourismus.de
Fossilien und Felsen im Altmühltal
Etappe 5 des Altmühltal-Panoramawegs führt von Dollnstein nach Eichstätt und zeigt auf 14 Kilometern, warum das Altmühltal als geologisches Schaufenster Bayerns gilt. Für die rund 4:30 Stunden lange Tour lohnt es sich, genügend Zeit einzuplanen. Schon kurz hinter Dollnstein ragt der markante, kalkweiße Burgsteinfelsen über dem Tal auf. Das rund 45 Meter hohe Felsmassiv zählt zu Bayerns schönsten Geotopen. Seine Gesteine entstanden einst in einem subtropischen Jurameer, später formten Urdonau und Altmühl die heutige Felsgestalt heraus.
Im weiteren Verlauf wechseln sich sonnige Wacholderheiden, schroffe Kalkfelsen und Waldpassagen ab. Immer wieder öffnen sich weite Blicke über das Altmühltal. Zu einer besonderen Rast lädt Deutschlands vielleicht längste Holzbank ein: Mit rund 30 Metern Länge bietet sie reichlich Platz, um das Panorama zu genießen.
Je näher Eichstätt rückt, desto stärker verbinden sich Natur- und Erdgeschichte mit Kultur. Hoch über der Stadt liegt der Fossiliensteinbruch am Blumenberg, in dem Besucher selbst nach Zeugnissen der Jurazeit suchen können. Vor rund 150 Millionen Jahren erstreckte sich hier eine Meereslandschaft.
Über den Urvogelweg geht es weiter Richtung Eichstätt, die Willibaldsburg immer wieder im Blick. Nach einem letzten Anstieg eröffnet der Wanderpfad „Neuer Weg“ einen Panoramablick auf die barocke Bischofsstadt. Dom, Willibaldsburg und historische Altstadt bilden den kulturellen Schlusspunkt einer Etappe, die Geologie, Natur und Geschichte auf engem Raum miteinander verbindet.
frankentourismus.de
Gerade die zahlreichen Burgen, Schlösser und Ruinen prägen das Panorama der Kulturlandschaft
Romantischer Rhein Tourismus GmbH/Marco RothbrustBurgenblick und Rotweinmekka
Zur Herbstzeit zeigt sich das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal auf der Rheinsteig-Etappe von Lorch nach Rüdesheim von einer besonders stimmungsvollen Seite. Auf 20,9 Kilometern ziehen sich die Wege durch goldgelb gefärbte Weinberge, über aussichtsreiche Höhen und immer wieder dicht am steilen Rheintal entlang. Gerade die zahlreichen Burgen, Schlösser und Ruinen prägen das Panorama der Kulturlandschaft – das Obere Mittelrheintal zählt insgesamt mehr als 40 solcher historischen Anlagen.
Nach den ersten aussichtsreichen Passagen wird die Tour sportlicher: Ein anspruchsvoller Felsenpfad führt durch das steile Gelände oberhalb des Rheins und eröffnet immer neue Blicke auf den Fluss und die gegenüberliegenden Hänge. Danach kommt das Rotweinmekka Assmannshausen gerade recht für eine Pause. Der Ort ist vor allem für seinen Spätburgunder bekannt, dessen Reben an den steilen Hängen über dem Rhein wachsen.
Auf dem Weg Richtung Rüdesheim wartet mit der Zauberhöhle ein ungewöhnliches Relikt des Landschaftsparks Niederwald. Der um 1790 angelegte, unbeleuchtete Gang führt durch die Dunkelheit zu einer Rotunde und war einst mit glitzernden Glassteinen ausgeschmückt. Anschließend rückt mit dem Niederwalddenkmal eines der bekanntesten Wahrzeichen des Rheingaus ins Blickfeld. Von hier reicht der Blick weit über Weinberge und Rheintal. Zum Abschluss geht es hinunter ins pittoreske Rüdesheim – entweder zu Fuß durch die Reben oder ganz entspannt mit der Seilbahn.
hessen-tourismus.de
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