Waldgebiet des Jahres erwandern
Der Saarkohlenwald
Im Norden der Landeshauptstadt Saarbrücken bildet der Saarkohlenwald mit einer Fläche von etwa 6.000 Hektar das grüne Rückgrat des Ballungsraums rund um die Saar. Als Zwei-Etagen-Wald spiegelt er die Geschichte der Region: Vor vielen Millionen Jahren entwickelten sich aus den abgestorbenen Bäumen gewaltiger Sumpfwälder erst Torfschichten, die letztlich zu Steinkohle gepresst wurden. Erst nach dem Ende des Bergbaus durfte sich auf dem Gebiet wieder ein Buchen- und Eichenwald entfalten, der die faszinierende Geschichte der Natur erzählt. Die Wahl zum Waldgebiet des Jahres 2026 durch den Bund Deutscher Forstleute (BDF) unterstreicht seine Bedeutung.
Ein rund 1.000 Hektar großer Teil des Saarkohlenwalds ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. In diesem einzigartigen „Urwald vor den Toren der Stadt“ ist der Wald sich selbst überlassen. Auf den beliebten Premiumwanderwegen Urwald-Tour und Wilder Netzbachpfad zieht die Natur aufmerksame Beobachter in ihren Bann. Hier zeigen sich die natürlichen Prozesse und alle Wunder, die daraus entstehen.
Mikro-Abenteuer Tipp: Als Urwald-Revierleiterin setzt sich Helena Stein neben ihren klassischen Aufgaben als Försterin dafür ein, Menschen und Wald wieder stärker zu verbinden. So organisiert sie Urwaldführungen und -veranstaltungen, Foto- und Kunstprojekte sowie Naturerlebnisprogramme. Im Herbst 2026 können sich Naturfreunde im Saarkohlenwald beispielsweise auf Bergbau-Spurensuche begeben, Survival- und Schnitzkurse absolvieren und im Jahreszeiten-Camp den Wald rund um die Uhr kennenlernen.
Alles Infos zu Veranstaltungen und Wanderungen vor Ort gbt es hier.
Infos zum Saarkohlewald
Saarkohlenwald: Geschichte in zwei Etagen
Der Saarkohlenwald ist weit mehr als ein klassisches Waldgebiet. Unter mächtigen Buchen und Eichen liegt die zweite „Etage“ seiner Geschichte: Steinkohle, entstanden aus den Sumpfwäldern des Karbons vor rund 300 Millionen Jahren. Über Jahrhunderte prägte der Bergbau die Landschaft – bis heute erinnern Stollenmundlöcher, Halden, alte Grubengebäude und Bergmannspfade daran.
Gerade diese Verbindung aus Natur- und Industriegeschichte macht den Reiz des Waldes aus. Wo einst großflächig gerodet und in Ökosysteme eingegriffen wurde, hat sich die Natur vielerorts Terrain zurückerobert. Einige der früher intensiv genutzten Flächen bieten heute sogar seltenen und bedrohten Tierarten wertvolle Rückzugsräume. Zugleich prägen historische Spuren wie die Grubensiedlung Von der Heydt oder Reste alter Verkehrswege den Charakter des Gebiets.
Ohne menschlichen Einfluss wäre der Saarkohlenwald vermutlich ein Rotbuchen-Urwald. Heute teilen sich Buchen und Eichen den Bestand – ein Ergebnis jahrhundertelanger Nutzung und Forstwirtschaft. Genau dieses Zusammenspiel von Mensch, Industrie und Natur macht das Waldgebiet des Jahres 2026 so besonders.