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Lesedauer 5 Min.

Mit Zug und Rucksack durch die Wallonie

Die Bahn-Wanderwege „Train et Sac à dos“ und „De Gare en Gare“ verbinden Zugreisen und Wandern zu einem nachhaltigen Slow-Travel-Erlebnis. Von den Wäldern der Ardennen bis zu den Flusstälern der Maas ­führen die Routen durch stille Natur und historische Orte.
Wallonie
© WBT - Hike UP/Railtrip.Travel

Es gibt Reisen, bei denen nicht nur das Ziel zählt, sondern jeder einzelne Schritt dorthin. Genau dieses Gefühl steckt hinter den Konzepten „Train et Sac à dos“ der Wälder der Ardennen (Forêts d’Ardenne) und „De Gare en Gare“ vom Tourismusbüro Explore Meuse im schönen Maastal bei Dinant. Zwei Wanderangebote, die entschleunigtes Reisen neu interpretieren – nachhaltig, unkompliziert und überraschend intensiv. Statt Auto, Parkplatzsuche und Rücktransfer heißt es hier: Zugticket, Wanderschuhe, Rucksack – und los. Denn die Wallonie zeigt sich gerade dann von ihrer schönsten Seite, wenn man sie langsam entdeckt. Wälder, Flusstäler, kleine Bahnhöfe mitten im Nirgendwo und Wege, die scheinbar direkt in die Natur führen: Zwischen Ardennen und Maas entsteht eine Art des Reisens, die heute aktueller wirkt denn je.

Wälder, Stille und kleine Bahnhöfe: „Train et Sac à dos“ in den Forêts ­d’Ardenne

Die Idee klingt fast zu einfach: Mit dem Zug anreisen, direkt am Bahnhof loswandern und am nächsten Bahnhof wieder einsteigen. Doch genau diese Einfachheit macht „Train et Sac à dos“ so besonders. Das Konzept der Forêts d’Ardenne verbindet Bahnfahren und Wandern zu einem echten Slow-Travel-Erlebnis – mitten durch einige der ursprünglichsten Landschaften Belgiens. Die Routen führen durch die weiten Wälder rund um Libramont, Poix-Saint-Hubert oder Grupont, vorbei an kleinen Dörfern, Bachläufen und moosbedeckten Pfaden. Mal öffnet sich der Blick auf weite Lichtungen, mal verschluckt der Wald jedes Geräusch. Gerade diese Mischung aus Einsamkeit und Zugänglichkeit macht den Reiz aus. Besonders angenehm: Die Etappen starten und enden direkt an Bahnhöfen. Wanderer können dadurch flexibel unterwegs sein, einzelne Strecken kombinieren oder spontan entscheiden, ob sie noch eine Nacht bleiben möchten. Das Reisen wird entschleunigt, aber nie kompliziert. Wer möchte, kann mehrere Tage unterwegs sein und von Ort zu Ort wandern. Kleine Hotels, Gästehäuser oder Naturunterkünfte entlang der Strecke machen daraus ein echtes Mikroabenteuer – ohne Auto, ohne Hektik und mit erstaunlich wenig Planung. Die Wege selbst sind abwechslungsreich: stille Waldpfade, ehemalige Bahntrassen, Höhenwege und Flusstäler wechseln sich ab. Besonders atmosphärisch sind die frühen Morgenstunden, wenn Nebelschwaden zwischen den Tannen hängen und die Ardennen beinahe nordisch wirken. Auch digital funktioniert das Konzept hervorragend: Die schönsten Touren sind als Wandercollection bei Komoot – Train & Sac à dos verfügbar. Dadurch lassen sich die Routen unkompliziert navigieren und individuell anpassen.

Wanderer auf Wanderweg mit Screenshot aus der App

Traumhafte Wanderregionen warten entlang der Touren

© Dominik Ketz

Von Bahnhof zu Bahnhof entlang der Maas: Genusswandern mit „De Gare en Gare“

Während die Ardennen mit Waldwildnis und Ruhe locken, zeigt sich die Wallonie entlang der Maas von ihrer romantischen ­Seite. Das Projekt „De Gare en Gare“ von Explore Meuse ver­bindet die schönsten Wanderungen im Maastal mit dem bel­gischen Bahnnetz – und macht daraus eine Reise voller ­Perspektivwechsel. Die Idee bleibt dieselbe: Start an einem Bahnhof, Ziel an einem anderen. Doch die Kulisse könnte kaum anders sein. Hier prägen steile Felsen, Flusspanoramen, kleine Städte, historische Orte und prächtige Schlösser die Wanderungen. Die Maas begleitet viele Etappen wie ein ruhiger, silberner Faden. Besonders eindrucksvoll ist die Region rund um Dinant. Hoch über dem Fluss thronen Felsen und Zitadellen, während unten Cafés und Uferpromenaden zum Verweilen einladen. Wenige Kilometer weiter beginnen bereits stille Wege durch Wälder und über Kalkplateaus. Genau dieses Nebeneinander aus Natur und Kultur macht die Touren so abwechslungsreich. Auch kleinere Orte wie Yvoir, Anhée oder Hastière werden durch das Bahn-Wander-Konzept plötzlich zu spannenden Ausgangspunkten. Unterwegs warten Aussichtspunkte über dem Tal, alte Abteien, charmante Dörfer und immer wieder überraschende Panoramen. Die Wanderungen sind meist zwischen zehn und zwanzig Kilometern lang und eignen sich perfekt für Tagesausflüge oder verlängerte Wochenenden. Wer möchte, kombiniert mehrere Etappen zu einer mehrtägigen Reise entlang der Maas. Die passende Wandercollection gibt es ebenfalls bei Komoot – De Gare en Gare. So wird die Wallonie zu einem riesigen, nachhaltigen Outdoor-Spielplatz – erreichbar mit Bahn, Bus und Wanderschuhen.

Warum diese Art des Reisens so begeistert

„Train et Sac à dos“ und „De Gare en Gare“ treffen den Nerv der Zeit. Statt möglichst viele Kilometer mit dem Auto zurückzulegen, geht es um bewusstes Reisen, um Bewegung und um echte Naturerlebnisse. Die Bahn wird dabei nicht nur Transportmittel, sondern Teil des Abenteuers. Gerade die Wallonie eignet sich ideal dafür: kurze Wege, ein dichtes Bahnnetz und Landschaften, die sich langsam am intensivsten entdecken lassen. Wer hier unterwegs ist, erlebt keine durchgetaktete Rundreise, sondern kleine Geschichten am Wegesrand: ein einsamer Bahnhof im Wald, eine Bäckerei im Dorf, Nebel über der Maas oder das Geräusch eines herannahenden Zuges mitten in der Natur. Vielleicht ist genau das der größte Luxus dieser Reisen: dass man einfach losgehen kann. 

Rita Van de walle

© Der Weiler Séchery gehört zur Gemeinde Libin und liegt in der Provinz ­belgisch Luxemburg. Hier ein für die Region typisches Fachwerk-Gebäude.

Infos und Kontakt

Alle Infos zu den Wegen, ­Naturparks, Führungen und Wanderungen gibt es unter visitwallonia.be/de/wandern 

komoot.com/de-de/user/­belgienwallonie 

 

Belgische Bahn:
belgiantrain.be/de 

sowie über bahn.de

wandern

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