Fischland-Darß-Zingst: Zwischen den zwei Gesichtern der Ostsee

Von Rostock Richtung Rügen schlägt die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ihren Haken in die Ostsee. Auf der Landbrücke Fischland trennen nur wenige Meter das gierige Meer vom sanften Bodden. Zwischen wilder Steilküste und stiller Lagune fühlen sich bis heute vor allem Seefahrer und Künstler wohl.

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Wind, Wellen, Meeresströmung: Die Steilküste zwischen Wustrow und Ahrenshoop ist in stetigem Wandel. Bevor sich der Name „Fischland“ fand, hieß sie „Swante Wustrow“ – Heilige Insel.
© Beate Wand

Text & Fotos: Beate Wand

Daumen und Zeigefinger zerreiben den Krümel. Er zerbröselt immer feiner, bis nur eine klebrige Schicht auf meiner Haut zurückbleibt. Feiner Lehm. In der Abendsonne leuchtet er goldgelb in der Wand, die sich zwischen Strand und Wurzelwerk an der oberen Kante wie eine klaffende Wunde am Westufer von Fischland entlangzieht. 49 Stufen benötigt die Saisontreppe zwischen Wustrow und Ahrenshoop, um den Höhenunterschied zu überwinden. Leicht salziger Meeresduft liegt in der Luft. An der oberen Etage des Kliffs segeln Schwalben aufgeregt zu ihren Nisthöhlen und wieder weg. In meinem Rücken ­gleiten kleine Wellen mit überraschend viel Getöse an Land: Das Wasser bewegt die Steine, sie rappeln und rütteln. Mit Wasser benetzt, leuchten sie richtig – von Weiß über Gelb und Rot bis Schwarz sind alle Nuancen vertreten. Hier sollen auch Hühner­götter zu finden sein. So nennt der Volksmund Steine mit einem natürlich entstandenen Loch. Aufgereiht hängen sie an so manchem Fischländer Garten­zaun – ein slawischer Schutz gegen böse Geister.

Eine heilige Insel

Früher war das Fischland eine Insel. Sogar eine heilige Insel. So wird „Swante Wustrow“, der ursprüngliche Name Fischlands, übersetzt. Er rührt von einem Heiligtum der Slawen. Ende des 14. Jahrhunderts schüttete die Hanse zwei bis dahin schiffbare Mündungsarme der Recknitz endgültig zu. Die beiden allmählich versandenden Verbindungen zwischen Ostsee und Saaler Bodden heißen Loop und Permin. Dieser Fluss trennt mit seinem Unterlauf seit jeher Mecklenburg von Pommern. Der Handelsbund erschwerte damit der Konkurrenz aus Ribnitz den Zugang zum Meer und beförderte das Fischland sowie den Darß zur Halbinsel. Über etwa fünf Kilometer Länge zieht sich die einen halben bis zwei Kilometer breite Landbrücke Fischland von der Rostocker Heide im Südwesten bis zum Künstlerort Ahrenshoop, der schon auf dem Vordarß liegt. Am dortigen Grenzweg verlief früher der Loop, der einst die Recknitz-Trennlinie fortsetzte. Mit den Ahrenshooper Ortsteilen Althagen und Niehagen, der Gemeinde Wustrow sowie deren Ortsteil Barnstorf besiedeln die Fischländer vier Fleckchen, die größtenteils ineinander übergehen.

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Boddenbesonderheit: Der Skipper des Zeesbootes bereitet sich vor, um seine „Blondine“ im Hafen von Althagen wieder an die Leine zu legen.
© Beate Wand

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2013

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