Erfrischende Touren
Tipps für heiße Tage
Zu Fuß und Fluss durch die Altmark
Havelberg/Altmark
Der Rundwanderweg wurde vom Biosphärenreservat Mittelebe begründet: Er gewährt spannende Einblicke in die Kulturhistorie und Natur der Havelaue sowie der angrenzenden Hochfläche. Prägend für die Landschaft um die Hansestadt Havelberg sind die Flüsse Elbe und Havel. Der immer wiederkehrende Wechsel aus Hoch- und Niedrigwasser schuf eine abwechslungsreiche Auenlandschaft, die zu den artenreichsten Lebensräumen Europas zählt. Die abwechslungsreiche Tour führt vom Startpunkt am "Haus der Flüsse" zum ehemaligen Havelberger Weinberg, durch einen historischen Hohlweg und eine prächtige Lindenallee, bis zum namensgebenden Aussichtspunkt „Lug ins Land“. Hier bietet sich ein besonders malerischer Blick in die reizvollen Weiten der Niederung. Angekommen im Stadtgebiet Havelbergs zweigt der Pfad zum imposanten Havelberger Dom St. Marien ab und macht anschließend einen Schlenker über die sogenannte Spülinsel (inkl. "FlederSchmausWiese" mit Infotafeln) bis zum Ausgangspunkt der Tour. Abgerundet wird die Wanderung durch Informationstafeln entlang des Weges, die typische Elemente der lokalen Natur- und Kulturlandschaft aus historischer sowie aktueller Sicht erläutern. Hier bietet sich ein besonders malerischer Blick in die reizvollen Weiten der Niederung. Perfekt kombinierbar mit der zweitägigen Kanutour von Tangermünde bis Werben (Elbe).
Der Startpunkt der Kanutour liegt am Hafen von Tangermünde, einer mittelalterlichen Stadt mit imposanter Backsteingotik. Schon vor dem Ablegen lohnt sich ein kurzer Rundgang durch die Altstadt. Anschließend führt die erste Etappe stromabwärts entlang sanfter Elbkurven und weiter Wiesenlandschaften. Nach wenigen Kilometern erreicht man die ruhige Gegend um Storkau – ideal für eine erste Pause. Ein Rastplatz direkt an der Elbe sowie das nahegelegene Schloss mit Park bieten gute Möglichkeiten zum Durchatmen und Genießen. Weiter flussabwärts erscheint am Horizont die Silhouette von Arneburg. Die Stadt liegt erhöht über der Elbe und bietet weite Blicke über die Auenlandschaft. Ein Zwischenstopp lohnt sich, etwa am Hafen oder für eine kurze Erkundung des staatlich anerkannten Erholungsortes. Ab Arneburg zeigt sich die Elbe noch ursprünglicher. Lange, ruhige Abschnitte prägen die Strecke, begleitet von einer artenreichen Tierwelt. Mit etwas Glück lassen sich Biber, Reiher oder sogar Fischadler beobachten – die Elbauen gelten als besonders naturbelassen. Kleine Orte und Fährstellen wie Sandau oder Räbel sorgen unterwegs für Abwechslung und bieten sich für spontane Stopps an. Immer wieder öffnen sich weite Blicke über Deiche, Wiesen und die scheinbar endlose Flusslandschaft – ideal für Pausen am Ufer oder ein Picknick in der Natur. Ziel der Tour ist Werben (Elbe), die kleinste Hansestadt der Welt. Historische Gebäude, die imposante Kirche St. Johannis und viele Storchennester verleihen dem Ort besonderen Charme. Die Kanutour verbindet Bewegung, Natur und Geschichte. Ob als Tagesausflug oder mehrtägiges Abenteuer: Die Strecke entlang der Elbe bietet Ruhe, Weite und eindrucksvolle Erlebnisse fernab vom Trubel.
Mehr Infos hier.
Burg Kriebstein mit Wasserfall im Chemnitz-Zwickau-Muldental
Sebastian RoseSachsens stolze Schönheiten
Kriebstein
Hoch oben auf dem Felsen über dem Fluss Zschopau thront sie, Sachsens schönste Ritterburg. Als ein geschlossener, vollständig erhaltener und komplett sanierter Bau aus der Zeit der Spätgotik schlägt die Burg Kriebstein heute ihre Besucher in den Bann. Ein Muss etwa ist die Besichtigung des monumentalen Wohnturmes vom tiefsten Keller bis zu den historisch erhaltenen Dachgeschossetagen. Gut geschützt liegt darin das vollständig bemalte Kriebsteinzimmer aus der Zeit um 1423 – dank einer Sonderführung öffnet sich auch seine Tür für neugierige Gäste. Ob Mittelalterfest, „Burg der Märchen“, Rockkonzerte, stilvolle Ritteressen oder schaurig-geheimnisvolle Führungen durch uralte Mauern – das Kleinod in der Mitte Sachsens lässt das Mittelalter wieder lebendig werden.
Startpunkt der acht Kilometer langen Rundwanderung ist der Großraumparkplatz in Kriebstein an der Kriebsteiner Straße K8215. Eine Informationstafel gibt dort Überblick über Lage und Fährzeiten an der Kriebsteintalsperre. Zunächst führt der Weg kurz über die Straße „An der Talsperre“, dann durch den Wald Richtung Burg Kriebstein. Unterwegs öffnen sich Ausblicke auf die Flussschleife der Zschopau und die mächtige Ritterburg. Direkt an der Strecke lädt Burg Kriebstein, Sachsens schönste Ritterburg, zu einem Abstecher ins Mittelalter ein; eine Rast in der Burgschänke „Zum Hungerturm“ bietet sich an. Über den Lutherweg Sachsen geht es weiter zur 83 Meter langen Grunau-Brücke und anschließend hinauf zu einer Aussichtsplattform mit Blick auf die seit 1940 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Kriebsteintalsperre. Sie ist neun Kilometer lang, 132 Hektar groß und fasst 11,3 Millionen Kubikmeter Wasser. Danach führt die Route über Wald- und Feldwege zur Lochmühle, weiter zur Mittelbachschänke und am Ufer entlang zum Fähranleger Erlebach. Von dort fährt stündlich das Fährschiff zum Kriebsteiner Hafen. Vorbei an Seebühne, Baumhaushotel und Staumauer geht es zurück zum Ausgangspunkt.
Mehr Infos hier.
Der Premiumwanderweg Schwalmbruch führt auf verschlungenen Wegen an Artenschutzgewässern und Feuchtwiesen vorbei, über die Wacholderheide, durch das nördliche Schwalmbruch bis zum offenen Gewässer des Elmpter Bruchs.
NPSN Baier
Pure Entschleunigung am Niederrhein
Naturpark Schwalm-Nette/Viersen
Der grenzüberschreitende Premium-Wanderweg Schwalmbruch folgt auf 15,5 Kilometern dem Lauf der Schwalm. Der Fluss ist beiderseits der Grenze sehr unterschiedlich geprägt: In Deutschland wurde er ab 1904 kanalartig begradigt, während er auf niederländischer Seite weitgehend seinen natürlichen Charakter bewahrt hat. So verhält es sich auch mit den Wäldern. Hier Wirtschaftswald, dort Urwaldcharakter. Abwechslungsreich schlängelt sich die Tour an Feuchtwiesen, Wacholderheiden und vielen unterschiedlichen Gewässern mit einer reichen Vogelwelt vorbei. Zu sehen sind Eisvögel, Wiesenpieper, Schwarzkehlchen, Baumfalken und sogar Fischadler.
Wer durch die Wacholderheide im Elmpter Schwalmbruch wandert, sollte den Aussichtsturm nicht auslassen. Von oben öffnet sich ein weiter Panoramablick über die abwechslungsreiche Bruchlandschaft. Reizvoll ist die Gegend auch im August und September, wenn die Heide blüht und Moorschnucken zwischen den Wacholderbüschen grasen. Auch zu anderen Jahreszeiten lohnt sich die Tour. Im Frühling und Frühsommer begleitet die Gagel-Blüte den Weg, dazu ist vielerorts der Gesang des Teichrohrsängers zu hören. Im Sommer entfaltet das Schwalmbruch vor allem in der Dämmerung seinen besonderen Reiz. Dann werden Tiere aktiv, die sich tagsüber eher verborgen halten. Der Ziegenmelker geht auf Insektenfang, seltene Frösche quaken, und über der Wasserlandschaft entstehen Lichtreflexionen, die der Landschaft eine eigene Stimmung verleihen. Wer aufmerksam unterwegs ist, kann im Elmpter Schwalmbruch eine Tier- und Pflanzenwelt entdecken, die in anderen Landschaften selten geworden ist. Zu den Vogelarten zählen Eisvogel, Wiesenpieper, Schwarzkehlchen und Baumfalke; im Herbst und Winter ziehen mit etwas Glück auch Fischadler durch. Im Sommer schwirren farbenprächtige Libellen über das Wasser. Mit etwas Glück zeigen sich Blindschleiche, Ringelnatter, Wildschwein, Reh oder Fuchs. Nachtaktive Arten wie Biber und Dachs bekommt man dagegen nur selten zu Gesicht. Auch Pflanzenfreunde kommen von Frühling bis Herbst auf ihre Kosten. Das atlantische Klima und die wasserreiche Landschaft bieten seltenen Arten Lebensraum, darunter Moorlilien, Schwertlilien und Sonnentau.
Mehr Infos hier.
Der Holchenwasserfall auf dem Himmelssteig
David Lohmüller/KTG
Himmlisch im Schwarzwald
Bad Peterstal-Griesbach
Der Himmelssteig führt auf 10,6 Kilometern durch die abwechslungsreiche Landschaft des Renchtals. Gleich zu Beginn geht es bergauf: Auf den ersten drei Kilometern sind mehr als 200 Höhenmeter zu meistern, von 433 auf 657 Meter. Der Weg verläuft durch Buchen-Esskastanienwald, Fichten-Tannenwald und über moosige, wurzelige und felsige Pfade. Farne, Waldsträucher und Beeren säumen den Weg. Wer eine Pause braucht, findet schon nach einem Kilometer die erste Himmelsliege. Oben angekommen, öffnet sich der Blick über die Berge und Täler des Renchtals. Besonderer Blickfang ist die 22,5 Meter lange Himmelsbank.
Anschließend führt der Himmelssteig am Tiergehege vorbei weiter Richtung Holchenwasserfall. Über Wiesen- und Waldwege geht es durch eine stille Schwarzwaldlandschaft mit weitem Blick über sanft geschwungene Waldberge. Kurz vor der Halbzeit zweigt ein schmaler Pfad talwärts ab. Durch ein Buchenwäldchen und vorbei am Paradies-Felsen kündigt schließlich Rauschen den Holchenwasserfall an. Mitten im Wald fällt das Wasser in zwei Stufen etwa acht Meter hinab. Im Bach stehen gegen einen Obolus Getränke bereit.
Wer eine Rast mit Aussicht sucht, wandert weiter zum Himmelsfelsen. Der Anstieg hat es mit 1,2 Kilometern und rund 100 Höhenmetern noch einmal in sich, führt aber über angenehm weiche Waldpfade im Zickzack durch lichten Bergmischwald. Am Himmelsfelsen warten Rastplatz und Himmelsliege mit Blick ins kleine Holchental. Danach schlängelt sich der Pfad abenteuerlich durch Felsenwald, später über Forstwege, Wiesen und schmale Waldpfade weiter.
Besonders reizvoll ist der Abschnitt durch ein wildromantisches Bergbachtal: Es rauscht und plätschert, Farne, Büsche und moosige Felsen prägen das Bild. Zum Ausklang führt der Himmelssteig auf Wald- und Wiesenwegen rund 1,8 Kilometer durchs Freiersbachtal. Kurz vor Bad Peterstal laden eine Himmelsbank, ein Rastplatz und ein Getränkebrunnen zu einer letzten Pause mit Talblick ein, bevor es zurück zum Ausgangspunkt geht.
Mehr Infos hier.
MEHR WANDERLUST: Inspirierenden Reportagen, Produkttests und Wissenswertem aus unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt gibt es in der aktuellen Ausgabe der Wanderlust und natürlich im Wanderlust-Abo! 5 x im Jahr.