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Lesedauer 6 Min.

Die Füße richtig schützen

Blasen an den Füßen, Umknicken in ­unweg­samem Gelände, ­schmerzende Beine – wie können die richtigen Wandersocken hier ­helfen und wie findet man sie überhaupt? ­Michael Meier, Head of Products bei Falke, gibt Auskunft.
Wandersocken
© Falke

Blasen sind eine der häufigsten Beschwerden bei Wanderungen, und oft entstehen sie schon am ersten Tag. Meist entwickeln sie sich durch wiederholte Reibung und Druck auf bestimmte Stellen des Fußes. „Ein häufiger Grund für Blasen ist eine unpassende Socke, die nicht optimal am Fuß anliegt“, erklärt Michael Meier, bei Sockenspezialist Falke für die funktionalen Sportprodukte zuständig. Er ergänzt: „Wenn die Socke nicht perfekt sitzt und Falten bildet, entsteht durch die ständige Reibung Druck auf der Haut, was zu Blasen führen kann.“ Worauf ist also beim Kauf zu achten? „Die Socken sollten eine rechte und linke Zehenbox haben. Sind sie links und rechts identisch geformt, sind sie im Bereich des kleinen Zehs zu groß – so entstehen Falten und später Blasen“, erläutert Meier und weist auf einen weiteren Faktor hin: „Auch sollte auf eine spezielle Passform für Damen und Herren geachtet werden. Der Damenfuß hat bei gleicher Schuhgröße circa 30 Prozent weniger Volumen. Wenn die Socke nicht an diese anatomischen Vorgaben angepasst ist, sitzt die Damensocke zu locker. Es können sich im Laufe der Wanderung Falten bilden, was zu den beschriebenen Problemen führt.“ Neben der Passform ist auch die Materialwahl entscheidend. „Die richtige Wandersocke muss den Schweiß schnell aufnehmen und in den atmungsaktiven Schaft des Schuhs transportieren, um die Haut auch trocken zu halten“, so Meier. Feuchtigkeit sei ein weiterer Faktor, der Blasen begünstigt. Wenn Schweiß an der Fußsohle nicht ­abgeleitet werden kann, weicht die Haut auf, was das Blasenrisiko erhöht. „Wir setzen hier auf ein spezielles Materialsystem, bei dem hydrophobe Materialien wie Polypropylen an der Fußsohle eingesetzt werden, um Feuchtigkeit aufzunehmen und über den Dochteffekt in den Schaft des Schuhs zu transportieren“, erklärt der Experte. So bleibt die Haut trocken, das Risiko von Blasen wird verringert.

 

Umknicken und Stabilität

Ein anderes Problem, das beim Wandern, besonders in unebenem Gelände, häufig auftritt, ist das Umknicken des Fußes. Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt ­Michael Meier Socken mit Kompression, die den Fuß- und Knöchelbereich unterstützen. „Kompressionssocken üben gezielten Druck auf die Rezeptoren im Fuß aus, die dem Gehirn ständig Rückmeldung über die Position des Knöchels geben“, erklärt er. Dieser Druck sorgt dafür, dass die Rezeptoren schneller reagieren, wenn eine Fehlstellung des Knöchels auftritt, und die entsprechenden Muskeln werden sofort aktiviert, um den Knöchel zu stabilisieren. Durch diese präventive Maßnahme wird die Reaktionszeit verkürzt, was das Risiko, umzuknicken, verringert und die Trittsicherheit erhöht. Besonders bei anspruchsvollen Wanderungen in bergigem oder steinigem Terrain, wo der Fuß ständig starken Belastungen ausgesetzt ist, können solche Kompressionssocken mit dazu beitragen, die Stabilität des Fußes zu verbessern und  Verletzungen zu verhindern.

 

Ermüdung und Regeneration

Nicht nur die Prävention von Verletzungen ist wichtig, sondern auch die Regeneration während mehrtägiger Wanderungen. „Die Regeneration ist entscheidend, um langfristig leistungsfähig zu bleiben“, betont Meier. Besonders auf mehrtägigen Touren können Kompressionsstrümpfe helfen, die Regeneration zu beschleunigen und den Muskelkater zu reduzieren. „Durch die Kompression wird der Blutfluss in den Wadenmuskeln gefördert. Dadurch wird mehr Sauerstoff in den Muskel transportiert und die Abfallprodukte wie Laktat werden schneller abgebaut“, erklärt der Experte. So kann der Körper sich schneller erholen und ist am nächsten Tag wieder fit für die nächste Etappe der Wanderung.

Die Wahl der richtigen Socken spielt eine entscheidende Rolle für den Komfort und die Gesundheit bei Wanderungen. Ob Blasenbildung, Umknicken oder Ermüdung – mit den richtigen Socken und Kompressionsstrümpfen können Wanderer diesen Problemen gezielt vorbeugen und ihre Touren in vollen Zügen genießen. Michael Meier empfiehlt, Socken und Schuhe immer an die jeweilige Wanderung anzupassen, damit sie den bestmöglichen Schutz und Komfort bieten. Durch intelligente Materialkombinationen und passgenaue Kompressionstechniken können Wandersocken nicht nur Verletzungen vorbeugen, sondern auch die Regeneration fördern und die Leistungsfähigkeit steigern. 

 

Wandersocken

Die Wahl der richtigen Socken spielt eine entscheidende Rolle für den Komfort und die Gesundheit bei Wanderungen.

© Falke

Drei Fragen an Michael Meier. Er ist bei Falke verantwortlich für das Ergonomic Sport ­System – also für die ­funktionalen Sportprodukte der Marke. Der 58-Jährige ist seit 30 Jahren bei­ dem Textilunternehmen tätig. Wandern ist ­eines seiner Hobbys, neben Tennis und Skifahren.

 

1. Warum entstehen Blasen häufig schon am ersten Tag ­einer Wanderung?

Es gibt unterschiedliche Ursachen für Blasen. Zum einen muss der Schuh perfekt passen und auf die geplante Wanderung abgestimmt sein, auch sollte der Schuh gut eingelaufen sein. Häufig entstehen Blasen aber durch nicht geeignete Socken. Wenn der Socken nicht optimal am Fuß anliegt, entstehen Falten. Diese Falten führen im Laufe der Wanderung zu Druckstellen und im weiteren Verlauf zur Blasenbildung. Eine Socke muss also den Schweiß an der Fußsohle aufnehmen und diesen dann in den atmungsaktiven Schaft des Schuhs transportieren – dort kann die Feuchtigkeit aus dem Schuh abgeführt werden, die Haut bleibt trockener und das Blasenrisiko wird minimiert.

 

2. Welche Art von Socken ist für Wanderungen im ­bergigen Gelände besonders wichtig?

Bei Wanderungen im bergigen Gelände und längeren Bergab-Passagen wirken hohe Kräfte und Belastungen auf den gesamten Körper. Der feste Bergschuh verfügt über keine oder eine sehr geringe Dämpfung, da er eine hohe Trittsicherheit bieten muss. Bei jedem Schritt geht man einige Zentimeter bergab. ­Dadurch entstehen hohe Drücke und Erschütterungen im Körper. Daher sollte bei solchen Wanderungen auf eine Socke mit ­stärkerer Polsterung und damit höherer Dämpfung geachtet werden.

 

3. Wie helfen Kompressionssocken, ein ­Umknicken zu ­verhindern?

Bei Wanderungen im unebenen Gelände besteht ein hohes ­Risiko des Umknickens. Der Schuh bietet hier eine gewisse Trittsicherheit, kann dieses Risiko aber nur begrenzt reduzieren. Eine Socke mit Kompression im Bereich des Fußes und Knöchels sorgt für zusätzliche Sicherheit. Die Kompression übt Druck auf die Rezeptoren in diesem Bereich aus. Diese Rezeptoren geben dem Körper ständig Rückmeldung über die Positionierung des Knöchels. Die Kompression reizt diese Rezeptoren vor, sodass diese schneller reagieren und damit die Information an das Gehirn früher übermitteln und die entsprechende Körperreaktion eingeleitet wird. So wird das Risiko des Umknickens reduziert und die Trittsicherheit erhöht.

 

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Michael Meier ist bei Falke verantwortlich für das Ergonomic Sport ­System – also für die ­funktionalen Sportprodukte der Marke. 

© Falke
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