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Lesedauer 4 Min.

Wandern im Namen der Hexen

Was im Jahr 2000 mit einer Idee von Harzklub, Nationalpark Harz und Harzer Tourismusverband begann und 2003 offiziell eröffnet wurde, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem der beliebtesten Wanderwege im Harz: der Harzer-Hexen-Stieg.
Landschaftsaufnahme in Sachsen-Anhalt.
© HTV L. Weber

Heute ist er aus dem Wegenetz Deutschlands nicht mehr wegzudenken. Seit 2005 steht er als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland und als Top Trail of Germany für unbeschwerten Wandergenuss und holte sich 2008 gleich den Titel „Deutschlands schönster Wanderweg“. Doch so viele Auszeichnungen sind noch lange kein Grund, sich auszuruhen. So setzen sich die Wegebetreiber und der Harzer Tourismusverband weiterhin dafür ein, den Wanderweg auszubauen. Im Laufe der Jahre kamen immer neue Extras hinzu: etwa Stempelsammeln mit dem Begleitheft Harzer Wandernadel oder Kunstinstallationen entlang der Strecke – sogenannte Erlebnisinseln, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch Wissenswertes über den Lebensraum Wald/Harz vermitteln. Für Erfrischung sorgte einige Jahre nach der Eröffnung die wegeeigene Kräuterlimonade „Harzer Kräuterhexe“. Digital wurde es im Jahr 2021, seitdem unterstützt der Multimedia-Guide Wandernde: Über einen QR-Code lassen sich an 27 Stationen Texte, Audiodateien oder Videos abrufen, die über Geschichte, Land und Leute im Harz informieren.

Der Harzer-Hexen-Stieg

Wenn ein Weg seit 20 Jahren als einer der beliebtesten der Region – vielleicht sogar ganz Deutschlands – gilt, spricht das für sich. Doch warum ist der Harzer-Hexen-Stieg seit seiner Eröffnung so beliebt? Liegt es am sagenumwobenen Brocken, dem Tanzplatz der Hexen, der Mystik und Märchen mit beeindruckender Aussicht verbindet? Liegt es an der Harzlandschaft, die bei aller Sorge um durch Klimawandel und Borkenwälder kahlgefallene ehemalige Waldfläche immer noch mit ihren grünen Misch- und Nadelwäldern, Hochmooren, felsigen Schluchten und Klippen eine Wanderumgebung zaubert, in die man geradezu versinken mag? Oder sind es die mittelalterlichen Städtchen oder die Zeugnisse der 1000-jährigen Bergbaugeschichte der Region, die den Weg besonders machen? Klar ist: Es ist die Mischung aus allem. So vereint der Harzer-Hexen-Stieg, der sich über den gesamten Harz zieht und den Nationalpark Harz durchquert, Geologie, Geschichte, Sagen und Mythen sowie Kultur mit Naturgenuss. Dabei ist der Fernwanderweg mit all seinen Varianten circa 150 km lang. Die direkte Strecke über den Brocken zwischen Osterode und Thale beträgt 94 km, umgeht man den Brocken, ist man 107 km unterwegs.

Wanderweg zwischen Gewässer und Wald in Sachsen-Anhalt.
© HTV L. Weber

Alle Wege führen zum Brocken

Der Harzer-Hexen-Stieg lässt sich als Mehrtagestour oder in einzelnen Tagesetappen begehen. Start des Fernwanderwegs ist in Osterode. Hier beginnt die erste Etappe, die auf etwa 11 km bis Buntenbock führt. Neben einem Bummel durch das Fachwerkstädtchen Osterode begeistern unterwegs der Aussichtspunkt Marienblick sowie der Bärenbrucher Teich. In Buntenbock angekommen, schließt die zweite Etappe nach Torfhaus an. Auf 22 km folgen Wandernde hier den Teichen, Gräben und Wasserläufen des UNESCO-Welterbes „Oberharzer Wasserwirtschaft“. Die dritte Etappe führt auf circa 20 km nach Drei Annen Hohne. Unterwegs wartet das Highlight des gesamten Fernwanderwegs: der mächtige Brocken. Durch den Nationalpark Harz geht es vorbei an Hochmooren auf den 1141 m hohen Berg, übrigens der höchste im Harz und ganz Norddeutschland.

Wer die vierte Etappe wandert, hat die Qual der Wahl: Es gibt sie als 30 km lange Südvariante, die von Drei Annen Hohne über Hasselfelde nach Altenbrak führt, oder als 29 km lange Nordvariante über Königshütte nach Rübeland. Während die Südvariante von Holzkohlemeilern geprägt ist, begeistern auf der Nordvariante Tropfsteinhöhlen, Auenwälder und die Rappbode-Staumauer. Ist Altenbrak erst einmal erreicht, beginnt schließlich die fünfte und letzte Etappe, die auf 14 km nach Thale führt. Unterwegs wird es noch einmal massiv, so betreten Wandernde den „Grand Canyon“ des Harzes. Im Bodetal zwischen Treseburg und Thale ragen links und rechts vom Weg bis zu 250 m hohe Granitwände empor. Kurz vor dem Ziel wartet der Hexentanzplatz. Mutige können ihn in der letzten Aprilnacht besuchen, sollten sich jedoch vor den Hexen in Acht nehmen, die hier den Hexensabbat feiern.

Info

Im Jahr 2023 erwartet Gäste ein buntes Rahmen- und Wanderprogramm rund um den Harzer-Hexen-Stieg. Gefeiert wird das 20-jährige Jubiläum des Fernwanderwegs bei traditionellen Brockenwanderungen, geführten Touren und Festveranstaltungen.

harzer-hexen-stieg.de

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