Bunt, verspielt, mediterran

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Dieser unscheinbare Apfelbaum trägt besondere Früchte: den besonders süßen Bananenapfel.

Osterschinken vom „Schinkenkaiser“? Apfelsaft vom „Bananenapfel“? Na klar, das kann es nur in Kärnten geben, im Lieblingsferienland der Österreicher. Und tatsächlich – hier versprüht das Leben schon zur Osterzeit kunterbunte Funken …

Frühlingserwachen in den Tälern, Firn und Sonne auf den Bergen – schon immer zeichnet Kärnten diese gesegnete landschaftliche Kombination aus. Dazu ein Klima wie in Italien, was will man mehr. Doch das Land im Süden Österreichs ist nicht nur geologisch ein Sonderfall; geneigte Besucher erleben auch viele Eigenheiten: Die Menschen sind die Lebenslustigsten und ihre Feste die Originellsten.

Beispiele gibt es zur Genüge. So findet am 15. März zum zwölften Mal das fröhlich-bunte „Bleiburger Schinkenfest“ statt. Tausende Besucher überzeugen sich hier alljährlich von der handfesten Qualität heimischer Erzeugnisse. Durch das Schinkenfest gelang es den pfiffigen Kärntnern auch, ihren „Schinken aus dem Jauntal“ weit über die Grenzen des Bundeslandes hinaus bekannt zu machen. Sogar das eine oder andere TV-Sternchen hörte man bereits von dem einzigartig rauchigen Aroma des Schinkens schwärmen …

Unangefochtenes Highlight ist jedoch die Wahl zum „Schinkenkaiser“. Aktuelle Hoheit, gekrönt von einer 35-köpfigen Jury, ist Landwirt Florian Schupanz mit seinem „Petzenland-Schinken“. Der saftige „Osterschinken“ entsteht nur hier, in der Region um Bad Eisenkappel, auf ganz besondere Weise. Zwölf Wochen mit selbst gemahlenen Gewürzen und Kräutern nass gesurt, wird er nach einer leichten Buchenholzräucherung gekocht, um den natürlichen Saft und Geschmack zu erhalten. Erst nach Abkühlung auf null Grad geht das Fleisch, übrigens ein Beinschinken, nach Fettgehalt oder Größe in den Verkauf (www.zum-florian.at).

Gelebtes Brauchtum

„Es ist das Osterfest alljährlich, für den Hasen recht beschwerlich“, wusste schon Wilhelm Busch. Deshalb bekommt der Osterhase im Kärntner Lavanttal reichlich Unterstützung: Die Osterwoche beginnt mit der Palmbuschenweihe am Palmsonntag. Die Palmbuschen sollen, dem Brauch nach, am Donnerstag vor dem Palmwochenende gebunden werden. Typisch für das Lavanttal sind die geflochtenen Griffe. Heute noch gibt es bei der Palmweihe übergroße Palmbuschen, die von mehreren Burschen getragen werden.

Im Rosental wird am Gründonnerstag traditionell Spinat und Spiegelei serviert, öfters auch würziger Löwenzahnsalat. Der Karfreitag gilt als strenger Fasttag. Der Karsamstag beginnt sehr früh mit der „Feuerweihe“. Mit den geweihten Baumschwämmen wurde früher das Feuer im Herd angezündet und dann der Osterschinken gekocht. Auf manchen Bauernhöfen wird das heute noch so gemacht. Auch der „Reikhaufen“ (Rauchhaufen) im Garten oder auf dem Acker wird mit dem geweihten Feuer entzündet.

Traditionell ist auch die Segnung der Osterspeisen. Im Weihkorb befindet sich allerhand Heimisches – Schinken, Würste, gefärbte Eier, Kren (Meerrettich) und natürlich der Kärntner Reindling (im Rosental die Pohača), ein gefüllter Hefekuchen. Die Körbe sind mit kunstvoll gestickten Weihkorbdecken im überlieferten Kreuzstich­muster abgedeckt. Die „Fleischweihe“ findet nicht nur in den Kirchen, sondern sehr oft auch bei Bildstöcken oder Kapellen statt.

Nach der abendlichen Auferstehungsfeier werden gegen zehn Uhr abends die Osterhaufen entzündet. Diese brennenden Reisighaufen sind auf den Hängen der Kor- und Saualpe besonders schön zu sehen. Der Brauch wird auf die Belagerung durch die Türken zurückgeführt.

Bananenäpfel und Napoleon

Und wie war das noch gleich mit dem Bananenapfel? Hier des Rätsels Lösung: Durch die sonnige Lage und das milde Klima ist das Lavanttal für den Obstbau prädestiniert. Jedes Frühjahr entfalten sich die unzähligen Blüten von Tausenden Apfel- und Birnbäumen. Darunter auch, einfach und bescheiden, ein kleiner Apfel mit dem Namen „Lavanttaler Banane“. Mit seiner Zuckersüße und seinem einzigartigen Aroma lenkte er so viel Aufmerksamkeit auf sich, dass er diese Auszeichnung erhielt.

Apfelmost wird im Lavanttal in solch einer Qualität gewonnen, dass man ihn als „Lavanttaler Wein“ bezeichnet. Dieser köstliche Trank war schon bei den Soldaten Napoleons beliebt: Sie sollen das ­prickelnde Getränk für Cham­pagner gehalten haben.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 02 / 2015

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