Fränkische Schweiz: Land der Genüsse

Zwischen Bamberg, Bayreuth und Nürnberg rüstet sich die Fränkische Schweiz schon jetzt für das Frühjahr. Aber warum sich nicht auch einmal wieder der heimischen Kunst und Kultur widmen? Entlang zahlreicher Denkmäler, Skulpturen und Überreste einer längst vergangenen Zeit wird die Kulturgeschichte der Region lebendig. Sie zieht Wanderer mit ihren liebevoll gestalteten Kunstwerken ganz einfach in ihren Bann.

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Tausend Farbtöne: In der Fränkischen Schweiz erwachen die ersten Blüten.
© Tourismuszentrale Fraenkische Schweiz /Hub

Text: Roxy Wanders

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich ­gewesen.“ Das wusste schon Goethe. Auch die schönsten Ecken der Fränkischen Schweiz lassen sich am besten erwandern. Mehr als 4.000 ­Kilometer markierte Wanderwege durch anmutige Täler, Dörfer und Berglandschaften mit bis zu 200 Metern Höhenunterschied machen den besonderen Reiz dieses Wandergebiets aus.

Für jeden Geschmack gibt es das passende Angebot. Auf Bier- und Brauereiwanderungen wie dem „Fünf-Seidla-Steig“ spazieren die Wanderer auf landschaftlich reizvollen Wegen zu den fünf Privatbrauereien in den Gemeinden Gräfenberg und Weißenohe. Auf einer Strecke von zehn Kilometern mit Einkehr in den fünf Brauereigasthöfen ist ein genussvoller Tag garantiert. Die vier verschiedenen Kapellenwege rund um Königsfeld führen Wanderer zu 18 Kirchen und Kapellen in der Umgebung. Auf mehreren Rundwegvarianten von 3,5 bis ca. 17 Kilometern wird ein Einblick in die Welt der katholischen Heiligenverehrung und in das ländliche Brauchtum geboten.

Auch Kunst- und Naturliebhaber kommen nicht zu kurz: So können Wanderer zum Beispiel den ca. 3,3 Kilometer langen „Kunst- und Besinnungsweg“ in Litzendorf entlanglaufen oder auf der „Fränkischen Straße der Skulpturen“ außergewöhnliche Artefakte bestaunen. Neben den Kunst- und Kulturwegen werden auch geführte Höhlenwanderungen angeboten. Von den über 1.000 kleinen und großen Höhlen der Region sind drei große Schauhöhlen öffentlich zugänglich: die Binghöhle bei Streitberg, die Sophienhöhle bei Burg Rabenstein und die Teufelshöhle bei Pottenstein. Rund um Plech kann man sogar einen eigenen Höhlenwanderweg zur Geislochhöhle in Angriff nehmen. Als Tipp: 2012 hat außerdem das Naturpark-Infozentrum in Muggendorf eröffnet, das über die Geologie, Pflanzen- und Tierwelt der Fränkischen Schweiz informiert. Der Eintritt ist kostenlos.

Für alle, die mehr Zeit mitbringen, bieten sich die klassischen Wandertouren an. So können Wanderer den vom Deutschen Wanderverband zertifizierten Frankenweg bezwingen, der auf 130 Kilometern durch den Naturpark Fränkische Schweiz führt. Eine weitere Möglichkeit ist der ebenfalls zertifizierte, aber etwas anspruchsvollere Fränkische Gebirgsweg, der auf 153 Kilometern die Region durchquert. Mit zehn Gemeinden ist die Fränkische Schweiz auch Teil der Deutschen Burgenstraße, die in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag hat. Der Wanderweg stellt Besuchern ab Pretzfeld zwei Routen zur Auswahl. Auf beiden Wegen kommt man an einigen der 170 beeindruckenden Burgen und Ruinen vorbei, von denen insgesamt noch 35 besichtigt werden können. Auf anstrengenden, mehrtägigen Wandertouren will man natürlich nicht auch noch Unmengen an Gepäck mitschleppen. Auch dafür hat die Fränkische Schweiz eine Lösung: Bei entsprechender Buchung wird das Gepäck vom Wirt des jeweiligen Übernachtungsorts zum nächsten Etappenziel transportiert.

Straße der Skulpturen

Schon vor über 200 Jahren durchwanderten Dichter und Maler die Region und stellten sie in Worten und Bildern dar. Poeten wie Joseph Victor von Scheffel oder Jean Paul beschrieben das Gebiet immer wieder als paradiesischen Rückzugsort. Das ist bis heute so geblieben. Dass das auch in Zukunft so bleibt, dafür will der Fränkische-Schweiz-Verein mit seinen 44 Ortsgruppen sorgen. Er kümmert sich seit mittler­weile 100 Jahren um die Pflege des mehr als 4.000 Kilometer langen Wegenetzes.

Kunstliebhaber und die, die es werden wollen, machen sich auf zum etwa 3,3 Kilometer langen „Kunst- und Besinnungsweg“ in Litzendorf. Dieser zeigt unterschiedliche Werke gegenständlicher und abstrakter Kunst. Die Bereiche Menschlichkeit, Kreativität und Natur sind dabei die Themen Grundlage der vielfältigen Arbeiten des Künstlers. Die 1994 vom akademischen Bildhauer Ad Freundorfer gegründete „Fränkische Straße der Skulpturen“ in Litzendorf zeigt zudem außergewöhnliche Skulpturen und Kunstwerke, die für den Ort erdacht und erstellt wurden. Der Künstler hat sich dabei ganz bewusst auf Materialien, die in der Region vorkommen, konzentriert.

In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Litzendorf und dem Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken haben verschiedene Teilgebiete aus dem Umkreis von Litzendorf die Dörfer und Fluren der Region neu gestaltet. Zum Abschluss dieser Dorferneuerungen und Flurneuordnungen wurden fünf künstlerisch gestaltete Flurdenkmale errichtet. Diese Denkmale erweitern den „Kunst- und Besinnungsweg“ und die „Fränkische Straße der Skulpturen“ um ­beeindruckende Kunstwerke. Sei es das Denkmal „Die vier Elemente“, „Die Juraschnecke“ oder „Der Bienenstein“ – ein Besuch dieser Werke lohnt immer. In zahlreichen Einkehrmöglichkeiten entlang der Rundwege sind neue Gäste stets willkommen und zu einem „Seidla“ eingeladen – ebenfalls ein echtes ­Kulturgut!

Auch die Landart-Dauerausstellung „NaturKunstRaum Neubürg“ auf der 587 Meter hohen Neubürg ist einen ­Besuch wert. Hier laden zehn Kunstwerke zu einem Rundgang um das Hochplateau ein. Gestaltet wurden die Werke aus Holz, Stein, Bronze und Eisen von Künstlern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz, die sich intensiv mit der unvergleichlichen Atmosphäre der Neubürg auseinandergesetzt und diese in ihren Werken vielseitig zum Ausdruck gebracht haben.

Wer sich für das Kunsthandwerk interessiert, sollte einen Stopp in der Töpferstadt Thurnau einplanen. Die ­malerische Marktgemeinde ist die Heimat zahlreicher kreativ arbeitender Personen. Neben den Keramikern, die mit ihren Töpfereien seit Jahrhunderten in Thurnau ansässig sind, leben und ­arbeiten hier Maler, Kunstweber, Holzdesigner und Bildhauer. Seit 2010 sind die Werkstätten und Ateliers über den „Pfad der Kunsthandwerker“ mitein­ander verbunden. Seit 2007 existiert ­außerdem ein eigener Töpferweg, der die Töpfereien der Region vorstellt.

Architekturfans kommen bei einer der drei angebotenen Fachwerktouren rund ums Walberla ins Schwärmen. Die abwechslungsreichen Touren führen die Wanderer an über 30 Fachwerkgebäuden vorbei. Hier können Besucher den Charme dieser einzigartigen Hauser mit ihrer unverwechselbaren Geschichte auf sich wirken lassen. Um die malerischen Pfade mit Kunst- und Kulturwerken neuen Besuchern schmackhaft zu machen, hat die Fränkische Schweiz noch viele weitere schöne Kulturwanderwege zusammengestellt. Ob es sich um den Kulturweg Egloffstein oder den Rundweg durch regionale Geschichte und Kultur von Markt Plech handelt: Die Kunst- und Kulturlandschaft erfreut die ­Besucher!

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Die Fränkische Schweiz ist Teil der Deutschen Burgenstraße, die 2014 ihren 60. Geburtstag feiert.
© Tourismuszentrale Fraenkische Schweiz /Hub

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 02 / 2014

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