Hochschwarzwald: Schäufele, Schinken und schmucke Wege

„Naturschutz mit Messer und Gabel“ – im Hochschwarzwald konzentriert man sich auf regionale ­Produkte und heimische Traditionen, und das nicht nur entlang der neuen Genießerpfade.

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Echt regional: Die Wirte des Schwarzwalds legen großen Wert auf einheimische Zutaten und typische Gerichte und Produkte.
© PR

Text: Lisa-Marie Bille

Auf einen kulinarischen Streifzug durch den Hochschwarzwald laden die neuen Genießerpfade wanderfreudige Besucher ein. Schließlich wird die Region oft „Deutschlands schönste Genießer-Ecke“ genannt. Und das nicht nur der Weine oder der Küche wegen, sondern auch aufgrund ihrer landschaftlichen Vielfalt für aktive Naturliebhaber. Sechs Qualitätswanderwege und 13 Premiumwege gibt es hier, dazu viele Themenwanderwege, Wandersteige und regionale Rundwege – schnell summiert sich das Angebot auf über 23.000 Kilometer Wege. Für Wanderer, die Landschaft und Genießerfreuden miteinander verknüpfen wollen, gibt es nun die „Schwarzwälder Genießerpfade“. So heißen die sechs bis 15 Kilometer langen Premiumwege, die für Wanderer besondere Genusserlebnisse bereithalten. Das können „Schnapsbrünnle“, Obststationen oder Himmelsliegen sein, aber auch kulturelle oder kulinarische Höhepunkte.

Neben der einzigartigen Landschaft stehen Kultur, die Schwarzwälder Küche, badische Weine, Brände, Biere oder Wässer im Vordergrund. Jeder Genießerpfad erfüllt die Qualitätsanforderungen des Deutschen Wanderinstituts für Premiumwege. Die Wege sind überwiegend naturbelassen und eindeutig beschildert.Die Schwarzwälder Landschaft ist dabei abwechslungsreich und bietet Naturerlebnisse, die die neuen Genießerpfade nicht nur ­kulinarisch zu einem richtigen Genuss machen.

Kreative Küche, aber bodenständig

Ob traditionell deftig und zünftig oder leicht und modern – auf die regionale Note legen die Schwarzwälder großen Wert. Dazu gehören der Hochschwarzwälder Schinken, würziger Speck, Räucherwurst, die geräucherte Schweineschulter „Schäufele“ und „Sürbrotis“, ein Sauerbraten. Man sieht: Wer gern deftig und urig isst, findet im Hochschwarzwald, was er sucht. Und zum Schluss darf der heimische Käse nicht fehlen. Viele Bauern stellen die Räucherspezialitäten selbst her und sind außerdem Direktvermarkter.

In den Bäckereien und Konditoreien ist die Schwarzwälder Kirschtorte aus Sahne, Kirschen und Kirschwasser natürlich ein Muss. Viele kleine Brennereien destillieren das heimische Obst oder wilde Beeren zu fruchtigen Edelbränden, etwa dem „Ziebärtle“, einem Edelbrand aus Wildkirsche.

„Vom heimischen Erzeuger ohne Umwege auf den Teller“ ist vielfach die Devise. Damit wollen Gäste, Hoteliers und Gastronomen den „Naturschutz mit Messer und Gabel“ fördern. Die „Naturparkwirte“ etwa bieten mindestens drei regionale Hauptgerichte ganzjährig an. Regional heißt, dass die Hauptzutaten für die Gerichte aus dem Hochschwarzwald stammen. Durch die Verwendung heimischer Produkte und eine enge Zusammenarbeit zwischen Erzeugern, Gastronomen und Gäs­ten wollen sie so die Schwarzwaldlandschaft dauerhaft erhalten.

Der Hochschwarzwald ist durch seine Umweltbedingungen aber nicht nur prädestiniert für Wanderer und Feinschmecker, sondern auch für Allergiker. Denn die heilklimatischen Luftkurorte haben eine besonders geringe Pollen- und Milbenbelastung. Dazu hat die Region im März 2012 ein Zertifizierungsprojekt gestartet, das Gemeinden, Hoteliers und Privatvermieter, Gastronomen, Bäckereien, Metzgereien, Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien, Reformhäuser, alle Gesundheitsberufe sowie Hersteller und Händler von Textilien, Möbeln und Inneneinrichtung betrifft. Das Projekt wurde mit der Schulung der ersten 100 Unternehmer erfolgreich gestartet. Damit will sich der Schwarzwald für seine gesundheits­bewussten Besucher noch weiter verbessern. Und das nicht nur für eine unbeschwerte Nutzung der kulinari­schen Genießerpfade.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2012

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