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Kuscheln XXL

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Keine Angst vor großen Tieren: wanderlust-Autorin Alexa Christ kuschelt sich an Silvan ran. Mit dem mächtigen Ochsen begann 2009 das Kuhkuscheln auf dem Bergwaldhof.
© Alexa Christ

Auf Tuchfühlung mit Kuh und Ochse: Bei Simone Möller im Sauerland müssen Kühe weder Milch geben noch den Schlachter fürchten. Stattdessen wird auf ihrem Bergwaldhof seit 2009 wild geschmust!

Text: Alexa Christ

Ausgerechnet in der Männer-WG fangen wir an. Silvan und Gandalf scheinen gerade eine ausgedehnte Mittags-Siesta zu halten. In ihrer Wesensart wirken sie buddhistisch-stoisch, aber sie sind auch zwei außerordentlich schwere Brocken. Wobei Gandalf mit seinen 900 Kilogramm noch das „Leichtgewicht“ ist. Silvan bringt es locker auf eine ganze Tonne. Andererseits: Das ist verdammt viel Kuschelmasse! Also ran an die Kuh … ähm … den Ochsen. Ich versuche mein Glück lieber erst mal mit Gandalf – immerhin ist der in Tolkiens „Herr der Ringe“ der gütige, weise Zauberer. Sein tierischer Namensvetter hat es sich im Stroh gemütlich gemacht und kaut leise schnaubend vor sich hin. Dass ich meine Hand ganz vorsichtig über das rotbraun schimmernde Fell gleiten lasse, scheint ihn in seinem Tun nicht zu stören. Weich und warm fühlt er sich an, definitiv kuschelig. „Gandalf ist ein begeisterter Schmuser“, versichert seine Besitzerin Simone Möller. „Er mag es besonders, unter dem Hals oder am Rücken gestreichelt zu werden.“ Auch die eindrucksvollen Hörner könne man berühren. Die sind am Kopf noch ganz warm und in der Spitze kalt. Langsam fasse ich Zutrauen zu dem hübschen Ochsen mit den riesengroßen dunklen Augen. Gandalf ist ein Jersey – eine mit 125 bis 135 Zentimeter Rückenhöhe eigentlich recht kleine Milchviehrasse von der gleichnamigen Kanalinsel. Mein Kuschelpartner scheint als kleines Bullenkalb jedoch in den Kessel mit dem Zaubertrank gefallen zu sein – er misst stolze 151 Zentimeter. Ein richtiger Kerl zum Anlehnen. Ich nehme meinen sanften Riesen also ordentlich „in die Zange“, kraule ihn mit der linken Hand hinter den Ohren und mit der rechten unterm Kopf. Gandalf schließt genüsslich die Augen. Unser „Date“ verläuft prima.

Wie alles begann ...

Trotzdem gehe ich fremd und wende mich WG-Kumpel Silvan zu. Denn mit ihm nahm alles seinen Anfang. 2008 war das. Simone Möller und ihr Ehemann Falko betrieben auf ihrem Bergwaldhof inmitten des nordrhein-westfälischen Sauerlands damals noch eine reine Rinderzucht. Auf die vom Aussterben bedrohte und ursprünglich aus dem Schwarzwald stammende Rasse der Hinterwälder hatten sie sich spezialisiert: eine kleine, breit gebaute Kuh mit kurzen Beinen. „Vergleicht man sie mit Autos, dann hätten sie einen niedrigen Schwerpunkt bei breitem Radstand, sehr geländegängig – der SUV unter den Kühen“, bringt Simone Möller es so augenzwinkernd wie anschaulich auf den Punkt. Silvan kam im Juli 2008 als Hinterwälder Bullenkalb auf die Welt. Das Problem: Seine Mutter nahm ihn nicht an. Möller musste ihn mühsam mit der Flasche großziehen – erst sechsmal am Tag, später viermal. „Dadurch wurde er quasi mein Haustier“, erzählt die gelernte Erzieherin. Ein Haustier, das einiges an Futter verschlingt und immer größer und schwerer wird. Irgendwann stellte sich die Frage: Was tun mit dem süßen Bullenkalb? „In der Landwirtschaft sind Bullenkälber relativ uninteressant, weil sie ja keine Milch geben“, erläutert Möller. „Entweder werden sie in der Zucht eingesetzt oder sie enden als Schlachtvieh. Beides konnten wir uns nicht vorstellen.“ Also musste Silvan sich sein Futter auf andere Weise verdienen, fand Ehemann Falko. Ein Artikel in der Landwirtschaftszeitung brachte schließlich die zündende Idee.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 4/2021. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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