Istrien an der Adria: Wie gemalt

Auf den weiten Ebenen der Adria-Halbinsel Istrien reifen Kirschen, Weinreben und Oliven, während am kristallklaren Meer Lorbeerbäume, Magnolien und Pinien gedeihen – ein Paradies für Wanderer!

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Quelle der Gesundheit: Frischer Fisch ist Bestand­teil jeder ­istrischen Mahlzeit – sowohl bei Ein­heimischen als auch bei Besuchern.
© pa/dpa

Text: Carolin Müller

Das Wort Paradies stammt aus dem Persischen und bedeutet so viel wie „runde Einzäunung“ oder „Park“. Es bezeichnete seinerzeit die Prachtgärten persischer Könige. In den ersten Kapiteln des Alten Testaments wird das Paradies als ein schöner Ort auf Erden beschrieben. Nachdem der Mensch von dort vertrieben worden war, konnte jener Ort schließlich nicht mehr betreten werden. Dennoch finden sich auf der ganzen Welt atemberaubende Landschaften, die der reli­giösen Vorstellung des Paradieses sehr nahekommen.

Istrien, die markante Halbinsel in der nördlichen Adria, kann getrost dazugezählt werden. Eingebettet zwischen dem Golf von Triest und der Kvarner Bucht, bilden ihre weiten Landschaften eine Einheit, die an ihren Küsten vom Meer und im Landes­inneren von grünen Hügeln, Kastellen und Weingärten geprägt ist. Höchst reizvolle Wegstrecken laden dort zum Wandern ein, immer durch üppige Natur und angenehm begleitet von den unvergleichlichen Düften und Aromen des Mittelmeeres. In Zentral­-Istrien warten auf die Wanderer silbergrüne Olivenhaine, Pinienwälder und malerische alte Städtchen. Die Küstenstrecken eröffnen einzigartige Aussichten auf das tiefblaue Meer und die umliegenden Inseln.

Vor der Südwestküste Istriens, unweit von Pula, liegt der kleine Archipel der Brijuni-Inseln, 14 kleine Eilande, die seit rund 30 Jahren einen Nationalpark bilden. Auf ihnen grasen Damhirsche, Axishirsche und Mufflons friedlich und ungestört zwischen den immergrünen mediterranen Hartlaubsträuchern (Macchien). Der milde Frühling von März bis Juni oder der sonnige Herbst in den Monaten September und Oktober sind die besten Jahreszeiten, um dieses Kleinod der Natur ausgiebig zu erkunden.

Kunst zwischen Kastellen

Neben seiner unvergleichlichen Natur lockt Istrien auch mit einzigartigen Kulturschätzen. Zeugen des jahrtausendealten kulturellen Erbes der Halbinsel sind an vielen Stellen der Halbinsel zu finden. Etwa die Romuald-Höhle im südlichen Lim-Kanal, in der Funde aus der jüngeren Altsteinzeit (12.500 bis 10.000 v. Chr.) bestaunt werden. Im 2. Jahrtausend v. Chr. wurden, insbesondere auf Hügelspitzen oberhalb der Täler, typisch istrische ­Hügeldörfer erbaut, die sogenannten Gradina. In dieser Zeit entstanden mehr als 400 solcher Ansiedlungen, die ­heute noch bezeugen, dass Istrien schon in der Eisenzeit dicht besiedelt war. Angehörige des illyrischen Stammes der Histren, nach denen Istrien benannt ist, bewohnten zu dieser Zeit die Halbinsel. In der Stadt Monkodonja bei Rovinj sind drei gut erhaltene Hügelsiedlungen aus dieser Zeit zu finden. Entlang der gesamten Halbinsel gibt es Fundstätten, die spontan erkundet werden können.

Während der Saison warten in vielen Städten Istriens sehenswerte kulturelle Spektakel zeitgenössischer Art, etwa das „Internationale Valamar Jazzfestival“, das „Konzert in der Euphrasiana“ oder das „Street&Art-Festival“ – Veranstaltungen, die eine Plattform für Künstler und Entertainer aus der ganzen Welt bilden. Einer der Höhepunkte ist das vergleichsweise kleine „Motovun Film Festival“, dessen Charme und Geist unter Filmkennern ­jedoch große Anerkennung genießt. Volks- und Fischerfeste knüpfen ­indes an die vielfältigen Traditionen der Einwohner Istriens an. Diese Vielfalt hat auch der unabhängige Reiseführer Lonely Planet erkannt: In seiner Sonderausgabe „Best in Travel 2011“ hat er Istrien auf Platz zwei der aufregendsten Regionen der Welt gewählt!

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Beliebte Sehenswürdigkeit: Romanische Elemente wie das römische Amphitheater in Pula finden sich überall auf der Halbinsel.
© pa/dpa

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 01 / 2013

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