Juwelen einer versunkenen Stadt

Auf dem Friedhof von Haithabu können Besucher Archäologen noch bis zum Herbst bei ihren Grabungsarbeiten zuschauen. Dabei kommt einiges ans Licht: Die christianisierten Wikinger schummelten beim Begräbnis und steckten ihren Lieben – ganz heidnisch – doch noch etwas zu!

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Viel Gras ist über Haithabu gewachsen: Reinhard Erichsen kümmert sich als „Hausmeister-Wikinger“ im Sommer um die rekonstruierte Siedlung.

Text und Fotos: Beate Wand

Mit einer Spitzkelle kratzt die angehende Archäologin Theres Sinn auf „ihrem“ Quadratmeter sorgfältig zwei Zentimeter Erde ab. Ist der Eimer voll, trägt sie ihn vor das Zelt. Dort siebt sie den Haufen und durchsucht die Reste. Erst wenn Wasser die gröberen Krumen vom Dreck befreit, kommen kleine Stückchen Holzkohle, Tonscherben und Knochensplitter für das geübte Auge zum Vorschein. Sie schlummern schon 1.000 Jahre in der Erde. In einem Gräberfeld von Haithabu, das zu seiner Blütezeit im 10. Jahrhundert ein prosperierender Handelsplatz der Wikinger war. „Man muss sich das vorstellen wie New York heute“, erklärt die Studentin lächelnd, „ein Schmelztiegel der Kulturen. Ost und West trafen hier aufeinander.“

Schleswigsche Enge

Im Hafen schlug das Herz der Wikingersiedlung. Über die Schlei segelten Schiffe von der Ostsee bis ins Haddebyer Noor, das wie ein See aus dem Meeresarm beult. Haithabu besaß knapp zwanzig Kilometer entfernt auch einen Westhafen. Auf den Flüssen Eider und Treene liefen Boote von der Nordsee Hollingstedt an und luden ihre Waren ab. Das letzte Stück über Land bewältigten wahrscheinlich Ochsenkarren – allemal einfacher, schneller und weniger riskant, als Kap Skagen zu umfahren. Eine Handelspassage, die der heutigen Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal gleichkommt. Haithabu profitierte von seiner strategisch günstigen Lage an der schmalsten Stelle der Jütischen Halbinsel.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 06 / 2017

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