Von See zu See auf der Tauplitzalm

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Natürliche Erlebniswelt: Auf der Tauplitzalm ­bestaunen Kilian und Norah nicht nur Kühe auf saftigen Wiesen, sondern auch schimmernde Libellen, Frösche und Fische.
© Marden Smith

Sechs Seen, saftige Almwiesen, scheue Kühe – auf dem größten Seenhochplateau ­Mitteleuropas im Salzkammergut können ­Familien mit Kindern eine Menge entdecken.

Text: Claudia Steiner

Auf der Tauplitzalm scheint die Sonne. Der Himmel ist strahlend blau. Die Vögel zwitschern. Um uns herum liegen schneebedeckte Gipfel von Grimming, Dachstein und Totem Gebirge. Sechs Seen wollen wir mit unseren Kindern Kilian und Norah auf dem einmaligen Seenhochplateau im Salzkammergut erobern, knapp acht Kilometer liegen vor uns. Schon wenige Minuten, nachdem wir losgelaufen sind, kommen wir zum Krallersee am Fuße des 1.965 Meter hohen Lawinensteins. Es ist ein dunkler Moorsee, fast schon ein bisschen unheimlich. Kilian und Norah legen trotzdem eine kleine Pause ein, machen es sich auf einem wackeligen Holzsteg bequem und schauen sich die Libellen, Frösche und Fische an, die sich im Wasser tummeln.

Apfelpause mit Aussicht

Danach wandern wir weiter Richtung Osten, über steinige Pfade und saftige Wiesen, wir queren plätschernde, glasklare Bäche. Norah entdeckt einen schönen Fels mit Blick auf den glitzernden Großsee und beschließt, dass wir jetzt erst einmal eine Apfelpause machen müssen. „Alle Seen hier sind so sauber, dass man das Wasser trinken kann“, erzähle ich Kilian. „Praktisch“, sagt er. „Wenn ich kein Wasser mehr habe, dann fülle ich meine Flasche einfach im See auf.“ Unweit vom Großsee entdecken wir schon unser nächs­tes Etappenziel, den grün schimmernden Märchensee, einen Karstwasser-See. „Der sieht ­irgendwie verwunschen aus“, sagt Kilian. Märchenstunde am Märchensee: „Die Leute erzählen sich, dass im Großsee, dem Steirer- oder dem Schwarzensee einst ein Ort samt Häusern und Kirche versunken ist, weil die Leute sich nicht gut benommen ­haben.“ „Wirklich?“, staunt Kilian mit großen Augen. „Was ist gesunken?“, fragt Norah. „Ein Boot?“ Kilian: „Nein, ein Dorf!“ Ich: „Das ist doch nur eine Sage, ein Märchen.“ Die Kinder im Chor: „Ach so …“

Butterblumen und bunte Schmetterlinge

Wir laufen über Stege, durch Latschenkieferhaine, kreuzen saftige Almwiesen und erreichen kurz darauf die 1928 errichtete Grazer Hütte. Sie liegt auf 1.600 Meter Seehöhe. Auf der Terrasse genehmigen wir uns Apfel- und Hollunderschorlen, Kässpatzen und köstlichen Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster.

Nach der Jause suchen sich die Kinder Wanderstöcke, Norah zupft Butterblumen für unsere Knopflöcher. Schmetterlinge fliegen von Alpenrose zu Alpenrose. Nach einer halben Stunde sehen wir den Tauplitzsee, ebenfalls ein Moorsee. Von hier aus geht es für uns zum Aussichtspunkt Steirersee-Bankerl, wo man einen großartigen Blick zum Sturzhahn (2.031 m) hat. Norah schaut müde auf den glasklaren Steirersee – und beschließt, dass fünf Seen für heute genug sind –, schließlich müssen wir wieder zum Ausgangspunkt laufen.

Auf dem Rückweg stapfen die Kinder vorbei an freundlich dreinblickenden Kühen mit Ponyfrisuren, die sich zum Ärger von Kilian und Norah aber nicht streicheln lassen wollen. Auf einer Weide entdecken wir zwei kleine, schneeweiße Kälbchen. „Die lassen sich sicher streicheln“, ruft Kilian und rennt los. „Passt auf die Kuhfladen auf“, rufe ich noch hinterher – und trete selbst in einen hinein.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 02 / 2015

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