Wildschönau und Alpbachtal: Vom Drachen gebissen

Wer im Österreichurlaub etwas ganz Besonderes erleben will, der kann sich bei einer Wanderung durch die sagenhaft wildromantische Kundler Klamm auf die Spuren von Drachen, Felsen und Kaisern begeben.

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Der Weg durch die Kundler Klamm führt stets am Wasser entlang.
© Alpbachtal Seenland Tourismus, Wildschönau Tourismus

Text: Lisa-Marie Bille

Die Kundler Klamm im Bezirk Kufstein zählt zu den schönsten Klammen Österreichs. Sie ist die kürzeste Verbindung zwischen Kundl in der Region Alpbachtal und der Wildschönau, durch die die Wildschönauer Ache fließt. Aber es soll nicht die Ache gewesen sein, der wir die beeindruckende Schluchtenlandschaft der Kundler Klamm zu verdanken haben: Ein Monster soll nämlich die Kundler Klamm aus dem Fels gebissen haben. Der Sage nach war die Wildschönau einst ein See, in dem ein fürchterlicher Drache wohnte. Ein gewitzter Bauer konnte ihn jedoch überlisten und tötete die Kreatur schließlich. Im qualvollen Todeskampf biss der Drache den Fels nach Kundl durch, und schlagartig entleerte sich der See. So entstanden der Legende zufolge die Wildschönau und die Kundler Klamm. Das Logo „Der gespaltene Fels“ erinnert daran und markiert heute eindrucksvoll den Eingang zur Schlucht.

Wandern auf Drachenspuren

Lange nach diesem sagenhaften Ereignis wurde die Klamm mit einem Weg erschlossen, der heute dazu einlädt, ihre Naturschön­heit wandernden Fußes zu entdecken. Gleich zu Anfang führt der Weg in die Schlucht über eine interessante Brücke im Holzfachwerkstil aus der Zeit von Kaiser Franz Joseph I., die im Jahr 1914 eingeweiht wurde. Die Brücke ist auch nötig, ist doch die Wildschönauer Ache die ständige und lautstarke Begleiterin in der Klamm. Ein breiter Schotterweg, im Jahr 2009 neu ausgebaut, führt eindrucksvoll unter Felsvorsprüngen, durch kurze Tunnel und über Brücken etwa drei Kilometer stets an der Ache entlang. Ein spektakuläres Erlebnis, nicht nur für Naturgenießer und Fotografen! Interessant ist die Möglichkeit, im Bachbett der Ache Steine verschiedenster geologischer Arten zu finden und diese dann anschließend in Tirols einziger Steindreherei in Kundl schleifen und zu Schmuck- oder Gebrauchsgegenständen verarbeiten zu lassen. Das schafft Erinnerungsstücke der besonderen Art! Auch die Monolithen aus den unterschiedlichen Geozonen Tirols, die auf der Strecke bestaunt und begriffen werden können, werden in der Steindreherei erklärt und geschichtlich eingeordnet.

Entlang der steilen, bis zu 200 Meter hohen Felsflanken laden auf dem barrierefreien Weg durch die Klamm zahlreiche Plätze zum Spielen und Verweilen am Wasser ein – eine ideale Familienwanderung, gut geeignet für Kinderwagen oder Rollstühle. Die Tour kann von Kundl oder der Wildschönau aus begonnen werden. Für laufmüde Wanderer gibt es praktischerweise den Bummelzug von Mühltal aus zurück zum Eingang der Kundler Klamm.

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Familienort: Steine aus verschiedenen ­Geozeitaltern laden zum Entdecken ein, inklusive Drachenschwanz, der an die Entstehungs­legende erinnert .
© Alpbachtal Seenland Tourismus, Wildschönau Tourismus

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 04 / 2013

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