Frisches Atlantikblau im Frühjahr

Die Hasenglöckchen mit ihren blauen Blüten sind der Inbegriff des Frühlings im Wald. Die frühblühende Zwiebelpflanze sieht man nur an ganz bestimmten Stellen.

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Text: Edda Neitz

Von der Sonne wachgeküsst

Sobald die Sonnenstrahlen im Frühjahr Licht in den kahlen Wald bringen, durchstoßen schmale Blätter kranzförmig den dichten Waldboden. Wochen später entfalten sich an dem bis zu 40 Zentimeter langen Blütenstängel viele glockige Einzelblüten und bilden eine nickende Dolde.

Griechisches Spektakel

Als der griechische Gott Apollo seinen Geliebten Hyakinthos mit einer Diskusscheibe aus ­Versehen tödlich verletzte, war es mit der Liebe vorbei. Überall dort, wo das Blut des Jünglings in den Boden drang, wuchsen blauen Pflanzen. Die Legende war für die Pflanzenkundler bis ins 17. Jahrhundert hinein die Grundlage für den Namen des Gewächses: „Hyacinthus non scripta“.

Vielfältige Namen

Die Frühlingsblume ist ein Liliengewächs und keine Hyazinthe. Ihr korrekter botanischer Name ist „Scilla non scripta“. Am häufigsten wird sie jedoch „Hasenglöckchen“ genannt, aber auch als „Blaue Blume“, „Blaues Maiglöckchen“ und „Waldhyazinthe“ ist sie bekannt. In englischen Kinderbüchern finden wir sie unter dem Namen „Bluebells“ (Blauglocken-Blume). Das Spanische Hasenglöckchen „Scilla hispanica“, das wir aus unseren Gärten kennen, ist nicht nur kleiner, sondern hat auch ganz andere Blattformen.

Standort mit frischer Brise

Das Hasenglöckchen sprießt in Europa besonders gern entlang der Altantikküste, ist aber auch in den Berggebieten von Nord- und Mittelspanien, in Frankreich vor allem in der Bretagne und im Pariser Becken zu finden. In Belgien kommt die Frühlingsblume vor allem in der ländlichen Umgebung von Brüssel vor. In den Niederlanden wächst sie häufig in Binnendünengebieten, und in Großbritannien ist der Anblick Tausender Hasenglöckchen nichts Ungewöhnliches. Dort verwandeln sie den Waldboden in einen leuchtenden blauen Teppich. In Deutschland gibt es das Gewächs fast nur am Niederrhein, zwischen Erkelenz und Heinsberg finden sich wilde Vorkommen. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist sie vermutlich aus Gartenkulturen heraus verwildert.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2015

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