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Steinkauz: Ganz schön kauzig

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© Fotolia/thawatts

Im alten Griechenland fing alles an. Hier ging der Steinkauz als Lieblingsvogel von Athene, Göttin der Weisheit, in die Annalen ein. Ihr verdankt er auch seinen wissenschaftlichen Namen „Athene noctua“. Später als Todesvogel verrufen, ist er heute Sympathieträger schlechthin. Der bekannteste fiktive Kauz heißt Pigwidgeon und zieht in Harry Potters Welt seine Kreise ...

Text: Edda Neitz

Drollig und gefürchtet

Der Steinkauz, kleiner als eine Taube, ist unter den Eulenarten die ­bekannteste Kleineule. Besonders auffallend sind seine großen, schwefelgelben Augen mit den weißen Streifen darüber, die wie Augenbrauen wirken. Beliebt ist er wegen seines drolligen Verhaltens. Wenn er aufgeregt ist, dann knickst und verbeugt er sich wie ein kleiner Kobold. Früher war er als Todesbote verrufen. Als die Streuobstwiesen noch oft in unmittelbarer Nachbarschaft von Dörfern lagen, deuteten abergläubische Menschen das nächtliche „kuwitt, kuwitt“ des ­Steinkauzes als „Komm mit in Tod und Verderben!“.

Streuobstwiesen und Nisthilfen

Der Steinkauz nistet sich gerne in geräumigen Baumhöhlen alter Obstbäume und Kopfweiden ein. Die Rodung dieser Bäume, eine stärkere Bewirtschaftung offener Grünflächen und der Einsatz von Pestiziden zerstörten seinen Lebensraum. 6.000 Brutpaare leben noch in Deutschland, aber der Steinkauz zählt zu den gefährdeten Tierarten. Mit der Förderung von Streuobstwiesen und dem Aufstellen von Nisthilfen unterstützt insbesondere die Naturschutzorganisation NABU die Wiederausbreitung.

Nachtjäger und Sonnenanbeter

Wenn es dunkel wird, beginnt für den Steinkauz die aktive Zeit. Dann bricht er auf zu seinen Jagdflügen, schaut, wo sich Mäuse, Insekten und Regenwürmer verstecken. Auch sein Reviergesang – im Herbst, wenn er um ein Weibchen wirbt, ist es sein Balzgesang – ist dann zu hören. Wer an Streuobstwiesen entlangwandert, kann mit etwas Glück den Steinkauz bei seinem Sonnenbad sehen. Für die warmen Sonnenstrahlen verlässt er schon mal tagsüber seine Nisthöhle.

Eule und Kauz

Der Steinkauz zählt zur Vogelgruppe der Eulen, deren Stammbaum 50 bis 60 Millionen Jahre zurückreicht. Weltweit gibt es bis zu 220 Eulenarten. Auf allen Kontinenten – außer der Antarktis – sind Eulen zu Hause. In Europa sind 13 Eulenarten zu finden, zehn von ihnen brüten auch in Deutschland. Eine davon ist der Steinkauz.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 02 / 2015

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