Schwarzer Schimmer

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Glanzvolle Geschichte: Das Frankenwaldsteigla 12-Apostel-Weg führt zu den Hinterlassenschaften des Schieferabbaus bei Geroldsgrün.
© Beate Wand

Über Jahrhunderte prägten Bergbau, Schieferbearbeitung und Tafelmacherei das harsche Leben im Frankenwald. Nun erobert die Natur Brüche und Halden zurück. Seltene Arten machen sich dort breit. Auf dem 12-Apostel-Steigla scheppern Wanderer über die glänzenden Splitter dieser Ära.

Text: Beate Wand

Moos quillt aus den Ritzen, es überzieht die dunklen, dünnen Steinplatten mit einer wulstigen Kruste. Gut zwei Meter hoch stapeln sich die Bruchstücke. Die Mauer verhindert, dass der den ganzen Hang hinaufgeschüttete Scherbenhaufen in die Ölsnitz rutscht. „Zehn Prozent waren bestenfalls verwertbar“, erläutert Peter Köstner, aufs andere Bachufer deutend, „die unbrauchbaren 90 Prozent wurden dahinter geschmissen.“ Dennoch rentierte es sich bis ins 20. Jahrhundert, die Dachschieferlager um Dürrenwaid im Tagebau, später auch unter Tage, aus der Erde zu hauen. Schon nach wenigen Schritten auf dem Frankenwaldsteigla 12-Apostel-Weg schimmert die Bergehalde edel aus dem rahmenden Grün des Waldes hervor. „Zu den Steinbrüchen und Stollen weiter oben kommen wir am Ende der Tour“, verrät der Hobby-Geologe mit vielversprechendem Klang in der Stimme.

Über 30 solcher Steigla drehen wanderbare Runden durch den Frankenwald im Nordosten Bayerns. Seinen Ruf als „Wanderwald“ ließ sich die Region zwischen Main im Südwesten und Saale im Nordosten mit einer Zertifizierung als Qualitätsregion Wanderbares Deutschland vom Deutschen Wanderverband bescheinigen. Dieses Gütesiegel bürgt für ein Netz an abwechslungsreichen, einheitlich markierten Wegen, wanderfreundlichen Gastgebern und wanderkundigen Infostellen. In Steinwiesen verleiht das Testcenter Frankenwald sogar kostenlos Wanderausrüstung einschlägiger Outdoor-Hersteller. Das 12-Apostel-Steigla nimmt auf seiner Runde mehrere Ortsteile von Geroldsgrün mit und durchstreift die für den Frankenwald so typische Landschaft: Es beginnt in einem Wiesental, führt oberhalb von Ölsnitz und Langenbach entlang bewaldeter Hänge, zieht mit weiten Blicken über die sanften Wellen der gerodeten Hochfläche.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 6/2020. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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