Seelensuche

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Flößen Ehrfurcht ein, wurden vom Grün integriert: die Himmelssäulen. 38 riesige Douglasien, die sich in Medebach-Glindfeld aufreihen.
© Beate Wand

Die Sauerland-Wanderdörfer, die erste Qualitätsregion Wanderbares Deutschland, wählen einen stillen Weg: Sie haben nach ihren inneren Werten gekramt, nehmen Wanderer nun an die Hand und führen sie zu den Sauerland-Seelenorten.

Text: Beate Wand

Sie schließen sich über uns. Verästeln ihre Zweige immer feiner. Spinnen ein filigran geädertes Netz, das sich nach oben zuspitzt. Außen trägt es grüne Nadeln, die einen dichten Vorhang weben. Licht und Blicke abschirmen. Innen, in der geschützten Mitte, bleibt alles Holz kahl. Etwa zehn Stämme umkreisen, hüten eine Höhle. Haben sie etwas zu verbergen? Wie oft mag dieses Versteck einem gehetzten Tier rettende Zuflucht gewesen sein? „So eine Ansammlung nennt man Dom“, erklärt Jochen Bereiter, „das ringsherum sind viele Kinder, die inzwischen groß geworden sind.“ Alles fängt mit einer großen Fichte an. Schnee legt sich auf ihre vielen Äste. Die Last drückt sie zu Boden. Sind die Winter lang genug, schlagen die Äste Wurzeln. Rundherum wachsen dann lauter kleine Fichten nach. Was von außen wie eine kleine runde Schonung aussieht, stammt von einer Mutter ab. An anderer Stelle sehen wir noch die dickere Mama in der Mitte.

Blühender Teppich

Eigentlich sollen auf der Niedersfelder Hochheide in Winterberg gar keine Bäume stocken. Regelmäßig frisst sich eine Herde Heidschnucken über den im August lila erblühenden Teppich aus Heidekraut, Blaubeeren und anderen Zwergsträuchern. Damit er nicht unter höheren Büschen und Bäumen verschwindet. Schließlich sind die im Sauerland einst so zahlreichen Hochheiden selten geworden. Doch so ein Dom darf bleiben. „Der strahlt was aus, Würde“, findet mein 70-jähriger Begleiter. Seit 40 Jahren wohnt er im Sauerland. Es ist seine Heimat. Ob zum Wandern oder zum Blaubeerenpflücken mit den Kindern, das Hochplateau auf 800 Metern Höhe hat es ihm angetan. Zwischen den beiden höchsten Punkten Nordrhein-Westfalens, dem Langenberg und dem Kahlen Asten, buckelt es mit dem dritthöchsten auf, dem Clemensberg. Darum ist es meist deutlich kühler als im übrigen Sauerland. Jochen Bereiter kommt am liebsten hierher, wenn es still und ruhig wird. „Auch bei Regen oder wenn es hier ganz zuzieht, hat das seinen Reiz“, sinniert er. Bestimmt werden dann geisterhafte Gestalten aus knorrigen Kiefern und windzersausten Wacholdern, die einzeln aus der Heide stechen. „Da, bei dem Baum ist richtig was weggebrochen“, macht mich der zertifizierte Landschaftscoach und Waldbademeister aufmerksam, „dennoch strahlt er richtig Leben aus. Der lässt sich nicht unterkriegen.“

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 5/2021. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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