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Geschichte auf Schritt & Tritt

Wilde Partynächte, Sprachstudenten und Fish and Chips unter mediterraner ­Sonne: Auf den ersten Blick scheint Malta nicht unbedingt die erste Wahl für einen Wander­urlaub zu sein. Eine krasse Fehl­ein­schätzung! Denn hier paart sich landschaftliche Schönheit mit ganz viel Geschichte.

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Blick auf die Küste um die St. Paul’s Bay im Norden Maltas: In den Salzpfannen wird seit Jahrhunderten das „weiße Gold“ des Meeres gewonnen.
© Alexa Christ

Text & Fotos: Alexa Christ

Die Wanderung beginnt mit einem jahrtausendealten Rätsel. Tiefe Rillen haben sich ins verwitterte Karstgestein gegraben. Furchen, die von Karren oder einer Art Schlitten stammen könnten. Sie sind genau 1,42 Meter breit und verlaufen so parallel, dass sie an Gleise erinnern. ­Clapham Junction nennen die Malteser sie deshalb – in Anlehnung an den Bahnhof im Süden Londons. „Die Spuren müssen bronzezeitlich sein, aber wir haben keine Ahnung, was die Menschen dieser Zeit damals transportiert haben könnten und womit genau“, sagt Jutta Leitz. Seit 25 Jahren lebt die Deutsche auf der Mittelmeerinsel. Wenn sie Wandergäste zu den markanten Schleifspuren führt, hört sie oft denselben Witz: Das sei genau die Gleisbreite der Deutschen Bahn. Doch es kann wohl ausgeschlossen werden, dass das für seine legendäre (Un-)Pünktlichkeit bekannte Unternehmen für die mysteriösen Spuren verantwortlich ist. Auch die Erklärung des Schweizer Autors Erich von Däniken klingt, gelinde gesagt, abenteuerlich: Start- und Landeplätze von Außerirdischen seien dies. „Es bleibt ein Rätsel, das der Archäologie wohl noch ­einiges Kopfzerbrechen bereiten wird“, ist sich Jutta Leitz sicher und steigt über die ­Rillen achselzuckend hinweg.

Seit der Steinzeit besiedelt

Vor gut 7.000 Jahren wurde Malta, zu dem auch die Nachbarinseln Gozo und Comino gehören, erstmalig besiedelt. Damals war das Eiland noch komplett von Wald bedeckt. Die Menschen lebten in Kalksteinhöhlen, wie wir eine auf unserer Wanderroute Richtung Südküste entdecken. Wo Steinzeitmenschen einst ihre Schlafstatt hatten, deuten Aschereste darauf hin, dass der Malteser von heute hier gerne mal grillt. Nicht weit davon entfernt reckt sich ein Feigenbaum dem an diesem Tag ungewöhnlich bedeckten Himmel entgegen. Bäume sind auf Malta Mangelware. Schon in neolithischer Zeit begann man, sie für den Bootsbau zu roden. Das einzige heute existierende Wäldchen, die Buskett Gardens, wurde von den Johanniterrittern im 16. Jahrhundert als Jagdgrund angelegt. Doch das bedeutet nicht, dass Malta arm an Flora wäre. Etwa 800 einheimische Pflanzenarten gibt es. „Schau mal dort – das ist wilder Thymian“, deutet Jutta Leitz auch prompt auf den in voller violetter Blüte stehenden Bodendecker, der so aromatisch duftet.

Und „wild“ geht es weiter. Die unkultivierten Sorten von Fenchel, Möhre, Rauke, Zwiebel, Pistazie, Salbei und ­Artischocke sprießen allenthalben aus der trockenen, mediterranen Erde. Überall sieht man Kapernbüsche, die überraschend schöne weiß-violette Blüten austreiben. Mit ein bisschen Glück findet der aufmerksame Wanderer auch die maltesische Nationalblume, den Felsen-Centaur, der ebenfalls violett blüht. Als Meghan Markle am 19. Mai 2018 Prinz Harry das Ja-Wort gab, trug sie einen fünf Meter langen Schleier, der mit den typischen Blüten eines jeden Commonwealth-Landes bestickt war. Natürlich steuerte Malta den Felsen-Centaur bei.

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Ausgabe 6/2018 von wanderlust. Hier können Sie das Magazin nachbestellen.

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Den gesamten Artikel finden Sie in dieser Ausgabe: wanderlust Nr. 06 / 2018

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