Bamberg - Weltkulturerbe mal drei!

Mittelalterliches Fachwerk und barocke Prachtentfaltung: Schon 1993 befand die UNESCO die ­Altstadt von Bamberg für schützenswert. Deren historischer Kern besteht aus drei Teilen: Berg-, Insel- und Gärtnerstadt. Besonders letztere ist noch ein Geheimtipp.

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Wahrzeichen: Das im 14. Jahrhundert auf einer künstlichen Insel in der ­Regnitz erbaute Alte Rathaus prägt die Bamberger Altstadt. Heute beherbergt es ein Museum mit einer Porzellan- und Fayencensammlung.
© imago

Text: Alexa Christ

Schwarzer Filzhut mit rotem Band. Grauer Rauschebart. Dunkler Trachtenjanker. Abgewetzte Krachlederne. Erik, mein persönlicher Guide durch ­Bamberg, sieht aus wie ein Bilderbuch-Bayer – der personifizierte Alm-Öhi. Doch dann der Hammer: Er öffnet den Mund – und heraus kommt lupenreines Hochdeutsch! Wie jetzt? Erik lacht vergnügt über meine verdutzte Miene. Dann gesteht er, dass er eigentlich aus Bremen stammt. „Aber es gab mal so einen Ur-Bamberger, der hat über mich gesagt: Das ist der einzige Preuß’, der ein richtiger Franke ist!“, berichtet der Mann, der Bamberg schon vor über einem Vierteljahrhundert zu ­seiner Wahlheimat gemacht hat, voller Stolz. Und warum­ ausgerechnet Bamberg? „Weil man hier manchmal das ­Gefühl hat, noch in der guten alten Zeit zu leben“, schwärmt er, ­während er flugs auf einen Mauervorsprung klettert und mich zu sich ­heranwinkt.

Wir befinden uns in der Altstadt von Bamberg, die seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Auf gut 444 Hektar prägen historische Gassen, mittelalterliche Kirchen, barocke Bürgerhäuser sowie malerische Brunnen und Skulpturen das Bild. Allein 1.400 Gebäude sind denkmalgeschützt. „Schauen Sie mal hier über die Mauer“, wispert Erik aufgeregt. „Sehen Sie den Fischteich da drüben? Im Sommer werden dort noch regelmäßig Fischerfeste gefeiert. Und die Concordiastraße da hinten? Da gehen wir gleich mal hin. Das ist eine Gasse, die entwickelt sich vom Aschenputtel zum Dornröschen!“ Der Märchenvergleich passt: In der puppenstubenhaften Gasse schmiegen sich ­verwunschen wirkende mittelalterliche Häuschen duckend ­aneinander. Und dann, am Ende des holperigen Kopfsteinpflasters: Ein echtes Wasserschloss! 1722 als Villa Concordia erbaut, thront es über der still dahinfließenden Regnitz und könnte tatsächlich dem schlummernden Dornröschen als Heimstatt dienen. Tut es aber nicht. Stattdessen dürfen dort seit 1998 je zwölf Künstler – Maler, Musiker und Schriftsteller – für ein Jahr Logis nehmen, um in Ruhe zu arbeiten. Sogar Nobelpreisträgerin Herta Müller war unter den Stipendiaten der Villa Concordia, die am Rand der Bamberger Bergstadt liegt. „Wenn wir hier von der Altstadt sprechen, dann meinen wir damit eigentlich drei Viertel: die Bergstadt, die Inselstadt und die Gärtnerstadt. Alle drei sind von der UNESCO geschützt“, erklärt Guide Erik und fügt zur Verdeutlichung hinzu: „Die Bergstadt ist das geistliche Bamberg, die Inselstadt das bürgerliche und die Gärtnerstadt das bäuerliche.“

Den kompletten Artikel finden Sie in Heft 2/2016 von Wanderlust. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 02 / 2016

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